Herdecke: Feuerwehr im Dauereinsatz und schockiert über Foto-Vorfall
Die Feuerwehr Herdecke (Ennepe-Ruhr-Kreis, Nordrhein-Westfalen) kam am Donnerstag kaum zur Ruhe. Schon am Vorabend gegen 19:49 Uhr mussten die Männer und Frauen in den Ortsteil Nacken ausrücken. In einem Pflegeheim hatte angebranntes Essen die Brandmeldeanlage ausgelöst. Die Retter prüften die Räume, konnten aber schnell Entwarnung geben.
Am nächsten Tag ging es direkt weiter. Um 11:47 Uhr ging der Alarm wegen eines Tieres in Notlage ein. In der Neuen Bachstraße hatten Polizisten zwei Hunde in einem Auto aus Düsseldorf entdeckt. Es war sommerlich heiß, die Hunde waren eingesperrt. Die Feuerwehr sollte das Auto gewaltsam öffnen, doch kurz bevor die Retter zum Schlag ausholten, tauchte der Besitzer auf. Dieser zeigte sich jedoch wenig einsichtig und reagierte unfreundlich gegenüber den Einsatzkräften. Der Vorfall wurde dokumentiert und an das Veterinäramt weitergegeben.
Auf dem Rückweg passierte dann etwas Heftiges: Vor dem Mühlencenter war eine Frau gestürzt und hatte sich eine schwere Platzwunde am Kopf zugezogen. Die Feuerwehr begann sofort mit der Erstversorgung, bis der Rettungsdienst übernahm. Während die Retter halfen, passierte etwas, das die Feuerwehrleute erschütterte. Ein Mann fotografierte die verletzte Frau gemeinsam mit seinem Kind im Kinderwagen und verschickte das Bild. Ein Feuerwehrmann forderte ihn sofort auf, die Fotos zu löschen, und warnte ihn vor rechtlichen Folgen.
Kurz darauf, um 12:36 Uhr, gab es einen Alarm in einem Chemiebetrieb in der Wetterstraße. In einer Halle hatte ein Wärmekabel vermutlich wegen der Hitze ausgelöst. Da die Halle geräumt war und die Zufahrt frei blieb, konnten die Retter den Alarm schnell prüfen und die Anlage wieder zurücksetzen.
Am Nachmittag blieb es hektisch. Um 14:16 Uhr ging ein Notruf aus dem Ortsteil Nacken ein, es ging um eine mögliche Menschenrettung. Vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass keine Hilfe nötig war. Nur 23 Minuten später, um 14:39 Uhr, wurde eine hilflose Person in der Straße Rostesiepen gemeldet, die hinter einer verschlossenen Tür saß. Bevor die Feuerwehr die Tür aufbrechen konnte, kam ein Angehöriger mit einem Ersatzschlüssel und öffnete die Wohnung. Die Polizei übernahm dann die weiteren Maßnahmen.
Die Feuerwehr nutzt die Vorfälle für einen dringenden Appell: Kinder und Tiere dürfen niemals in heißen Autos bleiben, da die Temperaturen dort schnell lebensgefährlich werden. Zudem bittet die Wache darum, die Privatsphäre von Opfern zu achten. Wer hilflose Menschen bei Einsätzen fotografiert oder filmt, macht sich laut Strafgesetzbuch (§ 201a) strafbar.