Wirtschaftsförderer besucht Fleischerei Schoenmackers & Wingens in Geldern
Wer in die Produktion der Firma „Schoenmackers & Wingens GmbH“ in Geldern (Kreis Kleve, Nordrhein-Westfalen) will, muss strenge Regeln befolgen. Kittel an, Haarnetz auf, Schuhüberzieher drüber und Hände desinfizieren – nur so darf man den Bereich betreten. Der Wirtschaftsförderer der Stadt, Stefan von Laguna, machte sich diese strengen Hygienevorschriften bei einem Besuch selbst im Klartext bewusst.
Gemeinsam mit Rainer Winkels, der sich um den Einkauf, Verkauf und die Kunden kümmert, ging von Laguna durch den Betrieb. Das Unternehmen stellt vor allem Fleisch- und Wurstwaren sowie Suppen und Eintöpfe her. Diese kommen in Weckgläsern als Vollkonserve daher. Vieles passiert hier noch per Hand: Die Gläser werden manuell befüllt und etikettiert. Damit die Ware bis zu zwei Jahre ungekühlt haltbar bleibt, werden die Gläser in einem sogenannten Autoklaven erhitzt.
Die Firma hat eine bewegte Geschichte. 1999 startete sie als Zwei-Mann-Betrieb in Lüllingen. Über Hartefeld landete das Unternehmen schließlich 2009 im Gewerbegebiet von Geldern. Mittlerweile arbeiten dort 15 Leute. Im Jahr 2022 wurde die Produktionsfläche durch einen Anbau auf insgesamt 1.200 Quadratmeter verdoppelt.
Das Sortiment umfasst mittlerweile 31 verschiedene Produkte, die in ganz Deutschland verkauft werden – vom kleinen Bauernladen bis zum Einzelhandel. In diesem Jahr kamen vier neue Sachen dazu, darunter eine vegetarische Bolognesesoße und Produkte mit Hähnchenfleisch, wie ein Hühnerfrikassee. Besonders wichtig ist dem Betrieb die Regionalität der Rohstoffe und der Verzicht auf Geschmacksverstärker. Im Gewürzlager wird kräftig gewürzt, damit der Geschmack auch nach dem Erhitzen noch erhalten bleibt.
Früher war der Betrieb eine klassische Metzgerei mit Hausverkauf. Wegen des Fachkräftemangels entschied man sich jedoch, komplett auf die Konservenproduktion im Glas umzustellen.
Während des Rundgangs kamen auch Ideen für die Zukunft auf. Von Laguna schlug scherzhaft eine „Gelderner Wurst“, vielleicht sogar mit Spargel, vor. Zudem sprach er über Nachhaltigkeit und die Initiative „Ökoprofit“, die Firmen hilft, umweltfreundlicher zu arbeiten und Kosten zu sparen.
Ein weiteres Thema war der Nachwuchs. Von Laguna stellte die Perspektivklassen der Gesamtschule Geldern vor. Dort können Schüler an zwei Tagen pro Woche in Betrieben mitarbeiten und erste Erfahrungen sammeln. Rainer Winkels zeigte sich offen für eine Zusammenarbeit, um die Zukunft der Firma zu sichern.
Quelle: Geldern – zur Originalmeldung