Weingarten: Försterin zeigt Bürgern den Zustand des Waldes
Am Samstag, den 29. August 2026, trafen sich mehr als 30 interessierte Bürger in Weingarten (Baden). Gemeinsam mit der Gemeindeförsterin Elena Motschilnig machten sie einen Spaziergang durch den Wald, um zu sehen, wie es den Bäumen aktuell geht. Treffpunkt war der „Aussichtspunkt Weinberg“. Von dort aus wanderte die Gruppe durch das Waldstück oberhalb des Rebgeländes. Der Weg führte steil bergauf bis zu einer T-Kreuzung und dann in westlicher Richtung an der August-Russel-Hütte vorbei zurück.
Ein großes Thema bei dem Rundgang war die Trockenheit. Die Försterin erklärte, dass grüne Blätter auf dem Boden ein schlechtes Zeichen seien. Das bedeute, dass die Bäume so schwach sind, dass sie die Blätter nicht einmal mehr braun färben können. Bäume, die braune Blätter noch an den Ästen tragen, hätten dagegen noch mehr Kraft.
Um den Wald fit für die Zukunft zu machen, setzt die Gemeinde auf eine Mischung aus verschiedenen Baumarten. Laubbäume sollen in Zukunft das Bild bestimmen, während Nadelbäume wie Fichten und Douglasien immer seltener werden. Auf die Frage nach Waldbränden erklärte Frau Motschilnig, dass Tiefbrunnen gebohrt wurden. Diese dienen eigentlich dazu, junge Pflanzen zu bewässern, können aber im Ernstfall auch zur Brandbekämpfung genutzt werden.
Die Försterin zeigte den Teilnehmern auch sogenannte „Zukunftsbäume“. Diese sind mit blauen Punkten markiert. Damit wird signalisiert, dass diese Bäume geschützt werden und andere Pflanzen in ihrer Nähe entfernt werden, damit sie gerade und hoch wachsen können. In Zukunft soll zudem mehr auf die Naturverjüngung gesetzt werden, da natürlich gewachsene Bäume oft widerstandsfähiger sind.
Auch über Geld wurde gesprochen. Die Gemeinde verkauft ihr Holz über eine eigene Verkaufsstelle, was jährlich etwa 220.000 Euro einbringt. Weitere 150.000 Euro flossen zuletzt durch den Verkauf von Ökopunkten für den geschützten Heldbock. Geplant ist zudem, fünf Prozent des Gemeindewaldes komplett stillzulegen, um sie als Rückzugsorte für die Natur zu nutzen.