Tübingen: Buchvorstellung über die Geschichte der Hausbesetzungen
In Tübingen (Baden-Württemberg) gibt es eine neue Chronologie über die Hausbesetzungen in der Stadt. Unter dem Titel „Kein Gott, kein Staat, kein Mietvertrag?“ wird die Geschichte von 1968 bis 2026 beleuchtet. Das Buch beschreibt mehr als 50 besetzte Räume und Häuser. Dabei geht es vor allem um die Wohnungsnot, Spekulationen und den Widerstand der Menschen.
Besetzt wurden im Laufe der Jahre ganz unterschiedliche Orte. Dazu gehörten ehemalige Kasernen, Villen, Kliniken, Gärten, Hörsäle, Wohnungen in der Altstadt und leerstehende Gebäude. Das Buch zeigt auf, wie aus diesen Aktionen kulturelle Freiräume und ein solidarisches Zusammenleben entstanden sind.
Die Herausgeber Marc Amann und Elias Raatz stellen das Werk gemeinsam mit weiteren Autoren vor. Sie blicken auf fast sechs Jahrzehnte Stadtgeschichte zurück. Die Lesung beginnt bei den studentischen Protesten der 1968er-Zeit und führt über die Besetzungen der 1970er- und 1980er-Jahre sowie die Welle von 1989 bis 1992 bis hin zu den aktuellen Streit um Wohnraum im 21. Jahrhundert.
Besonderes Augenmerk liegt auf Projekten, die aus den Besetzungen hervorgingen und die Stadt bis heute prägen. Das sind zum Beispiel das Epplehaus, die Münze 13, die Lu15, die Schellingstraße, die Wagenburgen und das Vier-Häuser-Projekt.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 23. Juli 2026, um 18 Uhr statt. Tatort ist das Stadtmuseum Tübingen in der Kornhausstraße 10. Der Eintritt ist frei, es sind alle Interessierten willkommen. Weitere Informationen gibt es unter www.stadtmuseum-tuebingen.de.
Quelle: Tübingen – zur Originalmeldung