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Tübingen plant Millionen-Investitionen für Klimaschutz

Der Gemeinderat will die Stadt bis 2030 klimaneutral machen. Dafür fließen Millionen in neue Wärmenetze, E-Busse und die Straßenbeleuchtung.

Der Gemeinderat von Tübingen (Baden-Württemberg) hat am Donnerstag, den 16. Juli 2026, ein aktualisiertes Klimaschutzprogramm beschlossen. Alle Stadträte stimmten dafür. Das Ziel bleibt: Die Stadt will bis 2030 klimaneutral sein. Oberbürgermeister Boris Palmer gibt jedoch offen zu, dass dies unter den aktuellen Bedingungen wohl nicht ganz klappen wird. Trotzdem wolle man die fossilen Energien so schnell wie möglich ersetzen.

Ein großer Teil der Pläne betrifft die Wärmeversorgung. Die Stadtwerke wollen die Wärmenetze bis 2030 deutlich ausbauen. Geplant sind etwa elf Kilometer neue Leitungen, was rund 25 Millionen Euro kosten wird. Vor allem die Netze in der Innenstadt, der Südstadt und bei der Alten Weberei sollen verbunden werden. Auch in Waldhäuser-Ost wird das Netz erneuert. Wo kein Anschluss möglich ist, soll die Stadt beim Umstieg auf Wärmepumpen helfen.

Auch beim Strom gibt es teure Vorhaben. Die Straßenbeleuchtung soll komplett auf moderne LEDs umgestellt werden, die nachts automatisch gedimmt werden. Für diese Umrüstung rechnet die Stadt mit Kosten von etwa neun Millionen Euro. Gleichzeitig sollen Wind- und Solaranlagen mehr grünen Strom produzieren. Vor allem Dächer und Parkplätze sollen für die Energiegewinnung genutzt werden.

Besonders viel Geld fließt in die Mobilität. Die Stadt will bis 2030 eine komplett elektrische Busflotte. Bis Ende 2027 sollen bereits über 60 Prozent der Busse mit Batterie fahren. Für die neuen Fahrzeuge und die Ladesäulen werden fast 100 Millionen Euro benötigt. Zudem sollen Radwege ausgebaut werden, etwa auf den Wegen zu den Kliniken. Damit einher geht eine Änderung beim Parken: Die Gebühren für das Bewohnerparken sollen bis 2030 auf 30 Euro im Monat steigen.

Die Stadt betont, dass die Maßnahmen sozial fair sein müssen. Menschen mit wenig Geld sollen Zuschüsse für sparsame Geräte oder E-Autos bekommen. Die Verwaltung will zudem vorangehen, etwa mit fleischarmen Bio-Mittagessen in Schulen und Kitas.

Der Beschluss ist erst einmal ein Grundsatzplan. Ob und wann die einzelnen Projekte wirklich starten, entscheiden die politischen Gremien später, wenn die Finanzierung und das Personal geklärt sind. Weitere Details zum Programm werden bald unter www.tuebingen-macht-blau.de/klimaneutral2030 veröffentlicht.

Quelle: Tübingen – zur Originalmeldung

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