Streit um Carsharing-Plätze in München-Laim
In München (Bayern) gibt es Ärger über die neuen Carsharing-Stellplätze im Stadtteil Laim. Stadträtin Alexandra Gaßmann wollte wissen, warum die Stadt die Vorschläge des Bezirksausschusses 25 (BA 25) anscheinend nicht beachtet hat. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Ausschusses hatten sich die Standorte persönlich angeschaut und eine Liste mit geeigneten Plätzen erstellt. Kurz darauf wurden die Stellplätze eingerichtet – doch aus Sicht der Kritiker an ganz anderen Orten als gewünscht.
Das Mobilitätsreferat weist den Vorwurf zurück. Mobilitätsreferent Georg Dunkel erklärte in einer Antwort auf die Anfrage, dass die Vorschläge des Ausschusses sehr wohl geprüft und größtenteils auch genutzt wurden. Er nannte konkrete Orte, die in die Planung eingingen, wie zum Beispiel den Willibaldplatz, die Hogenbergstraße oder den Kärntner Platz. Dass es am Ende doch zu Differenzen kam, liege an anderen Planungskriterien. Zudem habe man versucht, Termine für Gespräche zu finden, was aber nicht geklappt habe.
Besonders hitzig wird die Diskussion am Willibaldplatz. Dort forderte der Bezirksausschuss fünf Kurzzeitparkplätze für die vielen Geschäfte vor Ort. Die Stadt setzte stattdessen neun Carsharing-Plätze um. Das Referat begründete dies damit, dass man die Situation vor Ort genau beobachtet habe. An sieben verschiedenen Tagen und Uhrzeiten wurde geprüft, wie viele Autos dort stehen. Das Ergebnis der Stadt: Es seien immer genug Parkplätze frei gewesen, weshalb die Carsharing-Flächen Vorrang hatten.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die Strafzettel. Anwohner beschwerten sich, dass die Plätze bereits leer standen und Parkverbote galten, bevor die Anbieter die Autos überhaupt bereitgestellt hatten. Die Stadt erklärte, dass dies rechtliche Gründe hatte. Die Markierungen am Boden seien nur eine Hilfe, die eigentliche Strafe basiere auf der offiziellen Beschilderung. Die Inbetriebnahme der Flächen soll bis April 2026 erfolgen.
Das Mobilitätsreferat betont, dass bis Ende 2026 insgesamt 1.600 Carsharing-Stellplätze in der ganzen Stadt entstehen müssen. Um das Ziel zu erreichen, müsse man schnell und flächendeckend vorgehen. Ob die Stadt nun zu einer Sitzung des Bezirksausschusses kommt, um die offenen Fragen persönlich zu klären, wurde bereits zugesagt.
Quelle: München – zur Originalmeldung