Stralsund gestaltet Gedenkorte auf St. Jürgen-Friedhof neu
Auf dem St. Jürgen-Friedhof an der Kedingshäger Straße in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) gibt es bald etwas Neues. In den kommenden Wochen werden zwei Grabfelder für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft komplett neu gestaltet. Die Arbeiten beginnen in den nächsten Tagen und sollen bereits im September fertig sein.
Bisher gibt es dort Rasenflächen mit einzelnen Namenstafeln auf kleinen Pultsteinen. Diese Tafeln stammen noch aus dem Jahr 1998. Nun werden sie durch gemeinsame Namenssteine ersetzt. Außerdem kommen Symbolkreuze und Informationstafeln hinzu. Damit die Besucher wissen, wo sie sind, werden die Zugänge zu den Gedenkorten durch kleine Platzflächen markiert.
Die Stadt möchte damit auch ein Missverständnis ausräumen. Bisher sah es oft so aus, als läge die jeweilige Person genau unter der Namenstafel. Künftig soll klarer erkennbar sein, wer tatsächlich an dieser Stelle begraben liegt und wer an anderen Stellen des Friedhofs seine letzte Ruhe gefunden hat. So entsteht ein Ort, an dem man die Geschichte der verschiedenen Opfergruppen besser verstehen kann.
Der St. Jürgen-Friedhof wurde bereits 1675 angelegt und ist der älteste erhaltene Friedhof der Stadt. Hier liegen viele Opfer aus beiden Weltkriegen. Während die Toten aus dem Ersten Weltkrieg meist in Familiengräbern beigesetzt wurden, gibt es für den Zweiten Weltkrieg spezielle Gräber. Dort liegen unter anderem deutsche und ausländische Soldaten, Flüchtlinge, Bombenopfer, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.
Unterstützt wird das Projekt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Das Land Mecklenburg-Vorpommern gibt Geld für die Erhaltung der Gräber als Sondermaßnahme dazu.
Quelle: Stralsund – zur Originalmeldung