Stendal: Betrunkene Frau greift Zugbegleiter im ICE an
Am Freitagnachmittag kam es in einem Intercity-Express auf der Strecke von Amsterdam nach Berlin zu einem heftigen Zwischenfall. Gegen 14:45 Uhr bemerkte das Bahnpersonal, dass eine 46-jährige Frau kein gültiges Ticket für die Fahrt hatte. Die Frau war stark betrunken und fing an, andere Mitreisende zu belästigen.
Als der Zugbegleiter versuchte, die Frau zu stoppen, wurde es handgreiflich. Die Passagierin griff den Kontrolleur an, kniff und kratzte ihn. Er erlitt dabei leichte Verletzungen. Um die Frau aus dem Zug zu entfernen, wurde der ICE außerplanmäßig zum Hauptbahnhof Stendal (Sachsen-Anhalt) umgeleitet.
Während der Fahrt griffen zwei Bundeswehrsoldaten ein, die zufällig im selben Wagen reisten. Sie halfen dem Zugbegleiter und hielten die Frau fest. Die Frau ließ jedoch nicht locker: Sie bedrohte die Soldaten und beschimpfte andere Fahrgäste im Abteil.
Sobald der Zug in Stendal hielt, eskalierte die Situation erneut. Die Frau schrie laut und hämmerte gegen die Zugtür. Als sich die Tür öffnete, rannte sie sofort auf den Bahnsteig. Dort warteten bereits die Beamten der Bundespolizei. Sie nahmen die Frau fest und legten ihr Handschellen an.
Ein Atemalkoholtest ergab einen extrem hohen Wert von 2,82 Promille. Da es der Frau gesundheitlich schlecht ging, brachte ein Rettungswagen sie in ein Krankenhaus.
Die Polizei hat nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Frau wird vorgeworfen, schwarzgefahren zu sein. Zudem wird sie wegen Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung untersucht. Ob und inwieweit sie sich strafbar gemacht hat, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Bundespolizeiinspektion Magdeburg – zur Originalmeldung