Schlagsdorf zeigt alte Bilder vom Dorf
In Schlagsdorf (Landkreis Nordwestmecklenburg, Mecklenburg-Vorpommern) kommen alte Erinnerungen an das Dorf zum Vorschein. Es geht um eine Sammlung von Aquarellen und Zeichnungen, die zeigen, wie der Ort früher aussah.
Einige der Bilder zeigen die örtliche Kirche und den Friedhof. Eine Bleistiftzeichnung greift dabei eine alte Sage auf: Demnach soll das Pferd, das einst die Steine für den Kirchenbau schleppte, unter einem Baum begraben sein. Auch dieses Detail ist in der Zeichnung zu sehen.
Ein weiterer Teil der Sammlung stammt von Johannes Eulenberg. Er war von 1882 bis 1922 als Kirchenrat im Ort tätig. Im Jahr 1916 malte er zwei Aquarelle vom Pfarrhaus – einmal aus der Sicht vom alten Friedhof und einmal vom Eingang aus gesehen.
Besonders deutlich wird der Wandel des Ortes bei den Bildern der Domäne Hof Schlagsdorf. Die Familie Ledeboer bewirtschaftete den Hof ab etwa 1892. Im Juni 1945, als die russischen Truppen nach den Engländern und Amerikanern in das Dorf einzogen, musste die Familie ihr Zuhause überstürzt verlassen. Das Gutshaus wurde danach erst als Unterkunft für 57 Flüchtlinge aus Ostpreußen genutzt, später dann als Schule und Hort.
H. Ledeboer kehrte in den 90er Jahren in seine Heimat zurück und malte Aquarelle vom ehemaligen Gutshaus, das heute als „Grenzhus“ bekannt ist, sowie vom Garten, wo heute das Café Grenzstein steht. Auch eine alte Scheune, die 1965 abgerissen wurde, und Kinder beim Baden am Mechower See sind auf den Bildern zu sehen. Eine Skizze des gesamten Hofes fertigte Ledeboer 1997 aus der Erinnerung an.
Die heutige Situation im Ort unterscheidet sich stark von den Zeichnungen. Der Gutshof ist heute der Neubauernweg. Während die Schmiede und die Scheunen verschwunden sind, wurden der Kuh- und Schafstall sowie das Backhaus in Wohnhäuser umgewandelt. Nur die sogenannte „Schwarze Scheune“ blieb erhalten; sie wurde versetzt und steht nun als Zierde am Dorfeingang.