Schlagsdorf sucht Ideen für Video über Neubauernweg
Der Neubauernweg in Schlagsdorf (Landkreis Nordwestmecklenburg, Mecklenburg-Vorpommern) hat eine bewegte Vergangenheit, die heute kaum noch sichtbar ist. Der Name der Straße ist dabei ein wichtiges Detail: Den Begriff „Neubauern“ gab es so nur in der DDR und in der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone.
Interessant ist, dass die Straße ihren Namen erst in den 1980er-Jahren bekam. Zuvor hatten die Anwohner eigentlich den Namen „Dahlienweg“ vorgeschlagen, weil dort viele Dahlien wuchsen. Aus politischen Gründen entschied man sich dann aber doch für den „Neubauernweg“, um an die Menschen zu erinnern, die dort früher siedelten.
Aktuell setzen sich Schüler der Regionalen Schule Schlagsdorf mit dieser Geschichte auseinander. Um das Thema lebendig zu machen, soll nun ein Video über die jüngere Geschichte des Weges produziert werden. Dafür wird momentan ein Storyboard erstellt.
Die Gemeinde möchte die Bewohner einbeziehen und startet ein Brainstorming. Wer Ideen, Anregungen oder Hinweise für das Video hat, kann diese per E-Mail an [email protected] senden.
Die historische Bedeutung des Ortes reicht weit zurück. Der Hof Schlagsdorf wurde bereits im frühen 14. Jahrhundert erstmals erwähnt. In den Aufzeichnungen der Familie Ledebour finden sich Details bis ins Jahr 1945, darunter der Bau des heutigen Grenzhuses um 1800 und die Besetzung des Ortes durch Engländer und Russen im Mai und Juni 1945. Auch die Enteignung und Flucht der Familie Ledebour im September 1945 ist Teil der Chronik. Ein besonderes Detail ist eine Flaschenpost russischer Gefangener, die in den 1970er-Jahren bei Bauarbeiten im Milchkeller entdeckt wurde.