Schlagsdorf will Heimatmuseum attraktiver machen
Im Grenzhuus (Schlagsdorf, Landkreis Nordwestmecklenburg) wird über die Zukunft der Ausstellungen nachgedacht. Das Team rund um Rainer Kluck wertet derzeit die Ergebnisse eines Landesgedenkstätten-Seminars aus. Die Arbeiten dazu werden noch einige Wochen dauern.
Ein Problem ist das Image des Museums. In einer Umfrage kam heraus, dass viele Bewohner von Schlagsdorf das Grenzhuus als Fremdkörper empfinden. Es wirkt auf die Menschen vor Ort wenig attraktiv. Der ehemalige Lehrer Siegfried Mader hat deshalb vorgeschlagen, die Ausstellung regionaler zu gestalten. Er möchte mehr Stücke aus dem alten Traditionskabinett zeigen, damit sich die Leute aus dem Dorf wieder mehr angesprochen fühlen.
Das Traditionskabinett war bis zur Wende als Heimatmuseum bekannt. Schon 1977 hatten Lehrer und Mitglieder der LPG gemeinsam mit Schülern an der Sammlung gearbeitet. Sie dokumentierten damals vor allem die Landwirtschaft und das Leben im Ort. Nach der Wende wurden auch Materialien der Grenztruppen gerettet, wie Uniformen und Grenzsteine.
Rainer Kluck gibt zu, dass es momentan kein festes Konzept für die Ausstellung gibt. Ohne eine Überarbeitung würde das Museum aus seiner Sicht keine Zukunft haben. Deshalb plant er nun eine Geschichts-Werkstatt unter dem Motto „Alltag im Grenzort Schlagsdorf“. Die Bewohner sollen dort selbst über ihre Erlebnisse berichten, und es sollen Interviews mit Zeitzeugen geführt werden.
Unterstützung kommt dabei aus Sachsen-Anhalt. Die Gedenkstätte Marienborn hat Hilfe bei der Konzepterstellung angeboten und verweist auf Wanderausstellungen zur deutschen Teilung.
Ob die neuen Pläne die Besucherzahlen in Schlagsdorf steigern, wird sich zeigen, sobald die Geschichts-Werkstatt steht. Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.