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Schlagsdorf blickt auf seine Geschichte zurück

Von alten Handwerksbetrieben bis zu DDR-Baracken: Die Gemeinde Schlagsdorf bewahrt Erinnerungen an ihre Vergangenheit.

Schlagsdorf (Landkreis Nordwestmecklenburg, Mecklenburg-Vorpommern) hat eine lange Geschichte, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Erstmals namentlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1158, wobei manche Quellen auch das Jahr 1154 nennen.

Ein wichtiger Teil der lokalen Erinnerungskultur war das ehemalige Traditionskabinett. Es wurde zu DDR-Zeiten ins Leben gerufen, um die Geschichte des Ortes zu dokumentieren. Die Ausstellung war damals eine der größten ihrer Art in der DDR und erstreckte sich über 26 Räume. Untergebracht waren die Exponate in ehemaligen NVA-Baracken, die südlich von Waschpaul liegen. Gegründet wurde das Kabinett von Siegfried Mader, Heinrich Irrek, Günther Deter und dem Leiter Werner Stuth. Die Sammlung zeigte Gegenstände von der Urgeschichte bis zum Ende des Sozialismus.

Ein besonderer Fund aus dem Lager dieses Kabinetts ist eine historische Schulfahne von 1921. Sie wurde erst 2009 entdeckt und zur 850-Jahr-Feier des Ortes präsentiert. Heute wird die Fahne im Schularchiv aufbewahrt.

Auch das alte Handwerk spielt eine Rolle in der Dorfgeschichte. Alte Ansichtskarten aus der Zeit von 1909 bis 1930 zeigen die Betriebe von damals. So gibt es Aufnahmen vom Tischlermeister Johann Leez, dem Schumachermeister Hartwich Dettmann, dem Malermeister Fritz Bader sowie dem Schmiedemeister Heinrich Schäper. Auch die Stellmachermeister Heinrich Burmeister in Schlagsdorf und Wilhelm Burmeister in Rieps sowie die Bäckerei von Joachim Ollmann sind auf alten Bildern zu sehen. Um 1930 herum lieferte dort Rudolf Ahrend mit einem Brotwagen die Waren aus.

Veränderungen im Ortsbild sieht man gut an der Eingangskurve. Fotos aus dem Jahr 1927 zeigen die Situation vor dem Bau des Steindammes Richtung Schlagbrügge. Später, im Jahr 1969, kamen befestigte Fußsteige hinzu, und ab Herbst 1978 wurde der erste Bauabschnitt der heutigen Kurve fertiggestellt.

Ein weiteres Zeugnis der DDR-Zeit ist die Verwaltungsbaracke, die zwischen 1957 und 1959 gebaut wurde. Der Bau geschah teilweise als Einsatz des Nationalen Aufbauwerks (NAW), einer Aktion für freiwillige Arbeit. Am 1. September 1958 wurde das Richtfest gefeiert. Auf dem Dachstuhl standen damals unter anderem der Parteisekretär Bruno Witt, der Kreistagsabgeordnete Werner Stuth und der Polier Fritz Trojan.

Quelle: Schlagsdorf – zur Originalmeldung

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