Schenkenschanz: Feuerwehr übt Schutz gegen Hochwasser
Am Samstag, den 18. Juli, war in Schenkenschanz (Kleve, Nordrhein-Westfalen) einiges los. Ab 10 Uhr trafen sich die Männer der Löschgruppe zusammen mit Leuten vom Deichverband, dem Technischen Hilfswerk (THW) und dem Roten Kreuz. Es ging darum, den Hochwasserschutz zu testen. Ein konkreter Notfall lag nicht vor, aber die Teams wollten die Handgriffe für den Ernstfall wiederholen. Das machen sie einmal im Jahr, damit jeder weiß, was zu tun ist.
Der Ablauf bei einem echten Hochwasser ist genau festgelegt. Wenn der Pegel in Emmerich auf 7,20 Meter steigt, rücken Feuerwehr und THW bereits Material an. Bei 7,40 Metern wird es kritisch: Dann steht die Brücke bei Griethausen unter Wasser und der Ort ist vom Land aus abgeschnitten. In diesem Fall richtet das THW einen Pendeltransport ein, der rund um die Uhr läuft, und die Feuerwehr wird bei medizinischen Notfällen zusätzlich alarmiert.
Wenn das Wasser weiter steigt und die 8,50-Meter-Marke knackt, beginnen die Vorbereitungen für die Tore. Das Rheintor am Ortseingang wird bei 8,80 Metern geschlossen, das Burgtor kurz darauf bei 9 Metern. Zuerst werden die Tore zugefahren, dann kommen die Dammbalken zum Einsatz. Diese Aluminiumbalken wiegen jeweils etwa 20 Kilo und werden aus einem Schuppen geholt. Die Einsatzkräfte lösen die Verkleidungen an den Toren und schieben die Balken in die Führungen. Insgesamt werden bis zu zwölf Balken übereinander gestapelt, damit die Schutzhöhe passt. Ein Spanner sorgt dafür, dass die Konstruktion nicht aufschwimmt.
Damit alles dicht ist, werden die Zwischenräume zwischen Tor und Balken absichtlich geflutet. So füllen sich auch die hohlen Balken mit Wasser, werden schwerer und der Druck auf das vordere Tor sinkt. Für den Aufbau braucht man mindestens sechs Leute. Da man den Pegel des Rheins genau beobachtet, gibt es bei diesen Arbeiten keinen Zeitdruck wie bei einem Brand.
Das ganze System wurde nach dem großen Hochwasser von 1995 entwickelt und ist seit den frühen 2000er Jahren im Einsatz. Auch die Schutzmauer wurde damals erneuert, damit kein Wasser unter der Anlage durchsickert.
Nachdem alles fertig aufgebaut war, wurden die Balken wieder abgebaut und eingelagert. Während der Übung war die Zufahrt gesperrt, was zu Behinderungen im Verkehr führte. Gegen 13.30 Uhr war die Übung inklusive Besprechung beendet und die Straße wurde wieder freigegeben.