Saale-Holzland-Kreis: Falscher Polizist stiehlt 10.000 Euro
Alles begann am Mittwoch gegen 11 Uhr mit einem Telefonanruf. Ein Mann rief einen 73-Jährigen im Saale-Holzland-Kreis (Thüringen) an. Der Anrufer wusste genau, wie er den Senior unter Druck setzen konnte: Er sprach einen Einbruch an, den die Familie bereits im Juni erlebt hatte. Er behauptete, es drohe ein weiterer Einbruch. Um das Geld zu retten, müsse die Polizei es angeblich in Sicherheit bringen.
Etwa eine Stunde später klingelte es an der Tür. Ein Mann stand vor dem Haus und gab sich als Polizist aus. Damit der Senior ihm glaubte, hatten die beiden am Telefon vorher einen geheimen Code vereinbart. Der Mann nannte diesen Code, und der 73-Jährige vertraute ihm. Er händigte dem Betrüger 10.000 Euro in bar aus.
Dann kam der Moment des Betrugs: Der falsche Polizist sagte, er müsse das Geld erst noch prüfen. Er nahm die Scheine an sich und rannte schnell zu seinem Auto. In diesem Augenblick merkte der Senior, dass er überrumpelt worden war. Er stieg sofort in seinen eigenen Wagen und versuchte, den Dieb zu verfolgen.
Die Verfolgungsjagd endete jedoch abrupt. Der 73-Jährige kam mit seinem Auto von der Straße ab und landete im Straßengraben. Er blieb zwar unverletzt, aber sein Wagen war so stark beschädigt, dass er nicht mehr fuhr. Der Täter konnte derweil mit seinem Fahrzeug entkommen.
Die Polizei warnt nun vor dieser Masche. Echte Beamte verlangen niemals Bargeld oder Schmuck, um diese zu sichern oder zu prüfen. Wer solche Anrufe bekommt, soll sofort auflegen und selbst die Polizei anrufen.
Die Ermittlungen dauern an. Ob und inwieweit sich der Verdächtige strafbar gemacht hat, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.