Saale-Holzland-Kreis: Betrüger geben sich als Pflegedienst vor
Im Saale-Holzland-Kreis (Thüringen) sind Betrüger unterwegs, die gezielt ältere Menschen ins Visier nehmen. Die Masche ist immer gleich: Die Täter stellen sich an der Haustür als Mitarbeiter eines Pflegedienstes vor, oft geben sie an, von den Johannitern zu kommen. Mit diesem Vorwand schaffen sie es, in die Wohnungen der Senioren zu gelangen.
Zuletzt waren zwei Frauen im Einsatz. Während eine der Frauen die Bewohner ablenkt und in ein Gespräch verwickelt, schleicht sich die zweite Frau unbeobachtet in andere Zimmer. Dort sucht sie nach Bargeld und Schmuck. Die beiden Frauen tragen weiße Kittel ohne Aufschrift, sind etwa 20 bis 30 Jahre alt und zwischen 1,60 und 1,70 Meter groß. Beide haben mittellange schwarze Haare und sprechen Deutsch mit einem osteuropäischen Akzent. Eine der Frauen hat zudem auffällig buschige Haare.
Am 9. August kamen die Frauen so in die Wohnung einer 78-Jährigen in Hermsdorf. Dort stahlen sie Schmuck im Wert von etwa 10.000 Euro. Am selben Nachmittag versuchten sie es in Eisenberg bei zwei weiteren Frauen, 84 und 88 Jahre alt. Dort gingen sie jedoch leer aus.
Schon im Juli gab es ähnliche Fälle, allerdings war diesmal ein Mann unterwegs. In Bürgel blieb eine 87-Jährige wachsam und schickte den Mann schnell wieder hinaus, sodass nichts geklaut wurde. Doch bei einer 90-Jährigen in Hermsdorf hatte der Betrüger Erfolg: Er stahl ihr 11.000 Euro in bar. Der Mann ist etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß und kräftig gebaut. Die Beschreibungen variieren jedoch: Einmal wurde er mit dunklen, zerzausten Haaren und einer hellen Mappe gesehen, ein anderes Mal mit kurzen blonden Haaren, Jeans und weißem T-Shirt. Er sprach akzentfrei Deutsch.
Die Polizei prüft nun, ob der Mann und die beiden Frauen zusammenarbeiten. Da die Täter vermutlich immer noch im Gebiet unterwegs sind, warnt die Polizei eindringlich. Senioren sollten niemanden ungefragt in die Wohnung lassen. Pflegedienste müssen sich ausweisen können. Im Zweifel sollte man die Einrichtung selbst anrufen, um den Besuch zu prüfen. Angehörige sollen ihre älteren Verwandten bitte warnen.
Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise zu den Menschen geben kann, soll sich unter dem Aktenzeichen ST/0200853/2026 bei der Polizei melden. In Notfällen ist die 110 zu wählen.
Die Ermittlungen dauern an.