Eisenberg: Brand im Rathaus vernichtete historische Akten
Es passierte in der Silvesternacht 1905/1906. Damals brannte es im Dachstuhl des Rathauses in Eisenberg (Thüringen). Das war besonders schlimm, weil dort zu dieser Zeit das Stadtarchiv untergebracht war.
Das Feuer richtete große Schäden an den historischen Unterlagen an. Mehr als 200 Aktenbände verbrannten komplett. Viele weitere Dokumente wurden durch die Flammen stark angekohlt. Zudem brachte der Brand eine riesige Unordnung in die Akten, die ohnehin schon lose herumgelegen hatten.
Nach dem Brand fehlte im Rathaus der Platz für die Reste des Archivs. Deshalb wurden die Unterlagen im Schloss untergebracht. Im März 1906 begann ein Experte aus Jena, Dr. Ernst Devrient, mit der Neuordnung der Bestände. Er legte ein Schlagwortverzeichnis an, doch dieses ist heute leider nicht mehr vorhanden.
Das Archiv hatte in den folgenden Jahrzehnten eine schwere Zeit. Es gab viele Umzüge, Platzmangel und schlechte Bedingungen wie hohe Feuchtigkeit oder Kälte. Auch gegen Ende des Zweiten Weltkriegs verschwanden viele Akten, weil sie von den damaligen Machthabern vernichtet oder von der sowjetischen Militäradministration entfernt wurden.
Seit 1995 hat das Archiv endlich einen sicheren Ort. Es befindet sich nun im Verwaltungsgebäude II am Markt 13/14. Dort liegen die historischen Bestände heute in klimatisierten Räumen, damit sie vor weiteren Schäden geschützt sind.
Quelle: Eisenberg – zur Originalmeldung