Rudolstadt: Textilingenieur feiert 50 Jahre im Betrieb
Das ist heute kaum noch zu finden: Gerald Ortlepp feiert sein 50-jähriges Dienstjubiläum am Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK) in Rudolstadt (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Thüringen). Alles begann am 1. September 1976 mit einer Ausbildung zum Facharbeiter für chemische Produktion im damaligen Chemiefaserkombinat Schwarza.
Nach seinem Abschluss folgte ein Studium in Tschechien. 1983 kehrte Ortlepp als Diplom-Ingenieur zurück und arbeitete zunächst in der Forschungsabteilung des Kombinats. Als das Unternehmen zur Wendezeit zerschlagen wurde, wechselte er fast nahtlos zum TITK. Damals hätte er auch in den Westen gehen können, um mehr Geld zu verdienen. Er entschied sich jedoch dagegen, weil er einfach Spaß an seiner Arbeit hatte.
Um diesen seltenen Meilenstein zu feiern, kam Bürgermeister Jörg Reichl persönlich in die Breitscheidstraße. Er brachte einen Präsentbeutel und eine handgeschriebene Karte mit. Auch Institutsdirektor Benjamin Redlingshöfer war dabei. Neben einem guten Tropfen und einer Prämie von 1.000 Euro bekam Ortlepp eine besondere Gedenkmünze des TITK überreicht. Da er privat Münzen sammelt, war dies für ihn ein besonderes Highlight.
Mit 67 Jahren ist der Ingenieur, der in Uhlstädt wohnt, immer noch mit Leidenschaft dabei. Er arbeitet an modernen Leichtbau-Werkstoffen, die sogar bei einem großen europäischen Flugzeugbauer eingesetzt werden. Sogar am Tag seines Jubiläums schrieb er noch ein Angebot für einen Kunden.
Langsam steuert Ortlepp nun auf den Ruhestand zu. Er arbeitet bereits nur noch drei Tage pro Woche und möchte nächstes Jahr endgültig aufhören. Sein Chef Redlingshöfer scherzte jedoch, dass er jederzeit willkommen sei, falls ihm zu Hause langweilig werden sollte.
Quelle: Rudolstadt – zur Originalmeldung