Rockenhausen: Kinder lernen Verkehrssicherheit an Lkw und Blackbox
Am Dienstag, den 1. September 2026, wurde es für 66 Kinder an der Schule am Donnersberg in Rockenhausen (Donnersbergkreis, Rheinland-Pfalz) spannend. Die Schüler im Alter von acht bis 14 Jahren nahmen an der Aktion "Clever zu Fuß - sichere Kids" teil. Das Besondere an diesem Tag: Die Kinder mussten nicht nur zuhören, sondern konnten alles selbst ausprobieren.
Das Projekt wurde von Yvonne Sittel, einer Verkehrssicherheitsberaterin der Polizeiinspektion Rockenhausen, ins Leben gerufen. Es richtet sich gezielt an Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Da klassische Unterrichtsstunden hier oft nicht ausreichen, setzen die Experten auf das Motto: Sehen, hören und selbst erleben.
Die Schüler wurden in fünf Gruppen aufgeteilt und durchliefen verschiedene Stationen. Ein echtes Highlight war der große Lastwagen. An markierten Flächen lernten die Kinder, wo der sogenannte tote Winkel ist. Sie stellten sich in diese Bereiche und setzten sich teilweise auf den Fahrersitz. So sahen sie aus der Sicht des Fahrers genau, welche Menschen oder Rollstühle für ihn komplett unsichtbar sind.
An einer weiteren Station ging es um die Sichtlinien. An geparkten Autos lernten die Kinder, warum man erst die Straße überqueren sollte, wenn man den Verkehr wirklich im Blick hat. Außerdem wurde praktisch geübt, wie man Zebrastreifen und Ampeln richtig nutzt. In einer sogenannten Blackbox wurde zudem getestet, wie wichtig helle Kleidung bei Dunkelheit ist, indem die Schüler Symbole in abgedunkelten Kästen zählen mussten.
Auch das Thema Kopfschutz kam nicht zu kurz. Nach einem Film lernten die Kinder, wie man einen Fahrradhelm richtig einstellt. Zum Abschluss gab es einen Melonentest: Eine Melone wurde erst ohne und dann mit Helm fallen gelassen. Der Unterschied im Ergebnis zeigte den Kindern deutlich, warum ein Helm lebenswichtig ist.
Damit das Wissen nicht verloren geht, bearbeiteten die Schüler Arbeitsblätter, die später in einer Lernmappe im Unterricht wiederholt werden. Als Belohnung gab es am Ende einen Ansteckbutton, dessen Motiv eine autistische Schülerin der Schule selbst gemalt hatte, sowie eine kleine Geschenktüte.
Das Konzept ist bereits bundesweit anerkannt. Am 19. Juni 2026 erhielt die Kreisverkehrswacht Donnersberg e. V. für dieses Projekt in Esslingen den "mobil und sicher"-Preis in Gold. Unterstützt wurde der Aktionstag neben der Polizei von der Kreisverkehrswacht und Sonderpädagoginnen.
Quelle: Polizeiinspektion Rockenhausen – zur Originalmeldung