Rietberg kontrolliert Unterkünfte für Werksarbeiter
Die Ordnungsbehörde der Stadt Rietberg (Kreis Gütersloh, Nordrhein-Westfalen) hat Ende Juli eine große Kontrollaktion gestartet. Insgesamt sechs Tage lang suchten 31 Beamte verschiedener Behörden, darunter auch die Polizei und die Ausländerbehörde, nach Mängeln in Unterkünften für Werksarbeiter. Insgesamt 18 Gebäude wurden überprüft.
Zwei Häuser waren besonders schlimm. In einer Unterkunft für Arbeiter aus Rumänien und Polen waren Menschen in Zimmern im Dachgeschoss untergebracht, die nur 4,5 Quadratmeter groß waren. Das ist kaum mehr als die Fläche einer Tischtennisplatte. Die Beamten ordneten an, dass die Bewohner die Zimmer sofort verlassen müssen. Sie zogen in eine andere Unterkunft um.
In einem weiteren Mehrfamilienhaus war der Zustand noch schlechter. Die Bewohner klagten über gesundheitliche Probleme, weil es in den Wohnungen massiv schimmelte. Zudem gab es teilweise keinen Strom, das Haus hatte einen großen Wasserschaden und es fehlten sogar Fenster. Auch dieses Haus wurde komplett geräumt. Der Vermieter muss das Gebäude nun instand setzen.
Neben den baulichen Mängeln gab es viele Probleme mit den Meldepflichten. Die Beamten fanden 102 Verstöße gegen das Bundesmeldegesetz. 84 Menschen waren einfach unbekannt weggezogen, ohne sich abzumelden. 18 weitere Menschen lebten seit Jahren in einer Immobilie, ohne jemals dort gemeldet zu sein. In anderen Objekten fehlte es an Brandschutz oder es gab nicht genehmigte Umbauten.
Ein weiterer Fall betrifft die Finanzen: In einer Wohnung wurde illegal untervermietet. Der Vermieter soll dabei eine völlig überhöhte Miete verlangt haben. Hier besteht nun der Verdacht der Steuerhinterziehung.
Ein Großteil der Häuser wurde zufällig ausgewählt, bei anderen lagen konkrete Hinweise vor. Die Stadt will Menschen vor gesundheitsgefährlichen Zuständen schützen und Betrug bei Sozialleistungen verhindern. Florian Kapp, der Beigeordnete der Stadt Rietberg, betonte, dass solche unwürdigen Verhältnisse nicht geduldet werden. Die Stadt plant, diese Kontrollen in Zukunft regelmäßig zu wiederholen.
Quelle: Rietberg – zur Originalmeldung