Rheingau-Taunus-Kreis setzt auf KI und digitale Vernetzung
Der Rheingau-Taunus-Kreis (Hessen) will die Digitalisierung in der Verwaltung beschleunigen. Der Kreistag hat deshalb zugestimmt, dass der Kreis Mitglied im Verein GovTech Kommunal e.V. wird. Dieser Verein wurde im Dezember 2025 gegründet und soll Städten und Landkreisen in ganz Deutschland helfen, die Technik in den Ämtern auf den neuesten Stand zu bringen.
Für den Kreis geht es vor allem um Tempo. Anstatt jedes Computerprogramm mühsam selbst zu entwickeln oder einzeln auszuschreiben, nutzt man nun fertige Lösungen aus dem Netzwerk. Das spart Zeit und Geld. Der Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft liegt bei 8.000 Euro. Der Kreis bekommt dadurch Zugang zu Schulungen für die Mitarbeiter, Hilfe bei der Umsetzung neuer Technik und eine gemeinsame Software-Plattform.
Besonders im Blick ist die Künstliche Intelligenz (KI). Der Kreis will KI-gestützte Abläufe schneller einführen, damit die Verwaltung effizienter arbeitet. Damit das klappt, gibt es das Projekt „KI-Kompass RTK“. Dort lernen die Mitarbeiter auf einer Plattform, welche Chancen und Risiken die Technik bietet und welche gesetzlichen Regeln aus Europa dabei beachtet werden müssen. Eine Arbeitsgruppe aus dem Landkreis und den Gemeinden tauscht sich bereits seit einem Jahr über die besten Erfahrungen aus.
Einige digitale Angebote gibt es für die Bürger bereits. So kann der Pflichtumtausch des Führerscheins komplett online erledigt werden, was den Gang zum Amt erspart. Auch Bauanträge oder Auskünfte aus dem Baulastenverzeichnis gehen mittlerweile digital. In Taunusstein wurde zudem ein System für den Verkehr vorgestellt: Bei den Bussen der RTV werden Fahrgastzahlen in Echtzeit gemessen. So sehen die Leute auf dem Handy, ob der Bus pünktlich kommt und wie voll er ist. Dieses Projekt wird vom Land Hessen mit 2,25 Millionen Euro gefördert.
Langfristig passt der Kreis sich an den sogenannten „Deutschland-Stack“ an. Das ist eine nationale Technik-Plattform des Bundes, die bis 2028 schrittweise fertiggestellt wird. Ziel ist es, dass Bund, Länder und Kommunen künftig mit denselben Standards zusammenarbeiten, damit die Daten ohne komplizierte Schnittstellen fließen.