Lorch übernimmt Netzwerkprojekt vom Rheingau-Taunus-Kreis
Im Hilchenhaus in Lorch am Rhein (Rheingau-Taunus-Kreis, Hessen) gab es eine symbolische Staffelübergabe. Der Rheingau-Taunus-Kreis hat das Sozialraumprojekt „Lorch vernetzt sich“ offiziell an die Stadt übergeben. Das bedeutet: Die Stadt führt das Netzwerk ab jetzt selbstständig weiter.
Alles begann im Januar 2024 mit einer Zukunftswerkstatt. Dort haben sich Bürger, Vereine und die Verwaltung zusammengesetzt und überlegt, was in der Stadt gut läuft und wo es hakt. Das Ziel war es, nicht einfach nur Angebote nebeneinander zu stellen, sondern die Menschen und Stellen vor Ort besser zu vernetzen. Rund 50 aktive Leute haben in sechs verschiedenen Arbeitsgruppen an Lösungen gearbeitet. Dabei saßen Experten vom Jobcenter, der Jugendhilfe und aus der Pflege gemeinsam mit Bürgern an einem Tisch.
Die Ergebnisse dieser Arbeit sind bereits im Alltag spürbar. So gibt es seit Juli 2026 fünf Mitfahrerbänke in der Kernstadt, in Lorchhausen und auf dem Ranselberg, die durch eine WhatsApp-Gruppe ergänzt werden. Für Familien gibt es nun eine gemeinsame Sprechstunde im Familienzentrum auf dem Ranselberg, bei der verschiedene Ämter wie die Wohngeldstelle oder die Familienkasse gleichzeitig beraten. Zudem wurde ein Netzwerk für Klimaschutz aufgebaut, das bei Themen wie Wärmepumpen oder Sanierungen hilft. Auch ein Kinder- und Jugendgremium wurde gegründet, das sich aktuell um einen neuen Jugendraum kümmert.
Bei der Übergabe wurde zudem eine neue Gruppe vorgestellt, die sich „Genuss am Fluss“ nennt und kulturelle Angebote in der Stadt verbinden will. Bürgermeister Oliver Lübeck nimmt die Leitung nun offiziell auf. Er betonte, dass die Arbeitsgruppen weiterhin offen für neue Leute sind und alle Stadtteile, bis hin nach Wollmerschied, davon profitieren sollen.
Landrat Sandro Zehner sieht in dem Projekt ein Vorbild für andere Orte im Kreis. Der Ansatz, die Menschen direkt vor Ort mitzunehmen, statt alles im Amt zu entscheiden, soll nun auch in weiteren Gemeinden kommen. Als nächste Kommune ist bereits Rüdesheim in Vorbereitung. Die Erfahrungen aus Lorch dienen dabei als Grundlage.
Quelle: Kiedrich – zur Originalmeldung