Regensburg: Haftstrafen wegen Sozialbetrug bei Transportfirma
Alles begann mit Hinweisen von ehemaligen Mitarbeitern. Diese hatten berichtet, dass bei einem Transportunternehmen aus dem Landkreis Schwandorf (Bayern) mit den Sozialversicherungsbeiträgen getrickst wurde. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Regensburg (Bayern) nahm daraufhin die Ermittlungen auf.
Die Beamten fanden heraus, dass die Firma über mehrere Jahre hinweg die Beiträge für ihre Angestellten nicht richtig abgeführt hatte. Um die tatsächlichen Arbeitsstunden zu vertuschen, nutzten die Verantwortlichen einen Trick: Sie zahlten den Beschäftigten steuerfreie Nachtzuschläge aus. Das Problem dabei war, dass die Mitarbeiter gar keine Nachtarbeit geleistet hatten. So sparte die Firma Geld, während die Sozialkassen leer blieben.
Insgesamt deckten die Ermittler im Zeitraum von Mai 2019 bis Mai 2024 insgesamt 243 Fälle auf. Davon entfielen 145 Fälle auf eine GmbH und 98 Fälle auf ein Einzelunternehmen, das einer der Verantwortlichen führte. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 89.226,31 Euro. Davon entfallen 48.834,77 Euro auf die GmbH und 40.391,54 Euro auf das Einzelunternehmen.
Das Amtsgericht Regensburg hat nun entschieden. Ein Verantwortlicher, der sowohl Geschäftsführer der GmbH als auch Inhaber des Einzelunternehmens war, wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten verurteilt. Ein weiterer Verantwortlicher erhielt eine Strafe von neun Monaten wegen 145 Fällen. Beide gaben die Taten vor Gericht zu.
Die Richter setzten beide Strafen für drei Jahre zur Bewährung aus. Die Verurteilten müssen zudem die Kosten für das gesamte Verfahren bezahlen. Das Urteil ist rechtskräftig, womit das Verfahren abgeschlossen ist.