Rastatt: Die Geschichte hinter dem Bernhardusbrunnen
In Rastatt (Baden-Württemberg) gibt es viele prächtige Gebäude aus der Barockzeit. Neben dem Schloss und der Stadtkirche St. Alexander sticht vor allem der Bernhardusbrunnen hervor. Er gilt als der jüngste und schönste der barocken Stadtbrunnen in der Stadt. Das Wasser sprudelt hier aus dem Maul zweier Delfine.
Die Geschichte des Brunnens begann im Jahr 1769. Markgraf August Georg, der letzte Regent der katholischen Linie des Hauses Baden, wollte an Markgraf Bernhard II. erinnern. Dieser war bereits im Jahr 1458 in Italien an der Pest gestorben und wurde 1769 heiliggesprochen. Gemeinsam mit seiner Frau Maria Viktoria stiftete August Georg den Brunnen als Zeichen ihrer katholischen Tradition.
Für die Gestaltung wurde der Bildhauer Ignaz Lengelacher aus Karlsruhe geholt. Er fertigte die Statue des Markgrafen aus Sandstein aus Maulbronn an. Auf der Vorderseite des Brunnens ist ein Bild von August Georg zu sehen, während seine Frau Maria Viktoria auf der Rückseite genannt wird.
Damals hatte der Brunnen eine ganz praktische Funktion: Er versorgte die Menschen in der Stadt mit Trinkwasser. Eine richtige Wasserleitung gab es damals nur bis zum Schlosshof. Die Einwohner mussten ihr Wasser deshalb mühsam an solchen Brunnen holen, um kochen oder trinken zu können.
Interessant ist dabei der Umgang mit der Hygiene im Barock. Waschen und Baden war den Menschen damals nicht so wichtig. Viele hatten sogar Angst, dass sie durch das Wasser krank werden könnten. Stattdessen rieben sie sich die Haut trocken ab. Um den Körpergeruch zu überdecken, nutzten vor allem reiche Leute viel Puder und Parfüm.
Quelle: Rastatt – zur Originalmeldung