Pfaffenhofen plant neue große Solarparks in den Ortsteilen
In Pfaffenhofen an der Ilm (Landkreis Pfaffenhofen, Bayern) wird die Energiewende jetzt konkreter. Die Stadt will insgesamt etwa 60 Hektar Fläche für Solarparks nutzen, um den Strombedarf der Zukunft zu decken. Dafür hat der Bauausschuss bereits im Mai feste Regeln aufgestellt. So dürfen Anlagen zum Beispiel nicht in Naturschutzgebieten, in Überschwemmungsgebieten oder auf Moorböden gebaut werden.
Nach einem ersten Projekt in Haimpertshofen stehen nun zwei weitere Vorhaben auf der Agenda. Die Stadtwerke planen östlich von Streitdorf eine Anlage. Diese soll bis zu 18,6 Hektar groß sein und eine Leistung von 21 Megawattpeak erreichen. Gleichzeitig möchte die Bürgerenergiegenossenschaft nördlich von Siebenecken einen weiteren Park errichten. Dieser soll etwa 10,7 Hektar Fläche beanspruchen und rund 11 Megawattpeak leisten.
Der Bauausschuss hat sich bereits dafür entschieden, die Planungen für diese Bebauungspläne zu starten. Das Ganze hat Eile: Bis Ende Juli läuft eine Zusage des Netzbetreibers für das Umspannwerk Reisgang aus. Damit diese Zusage erhalten bleibt, muss die Stadt jetzt schnell den offiziellen Beschluss fassen, dass die Anlagen geplant werden. Erst danach wird im Detail geprüft, wie die Parks am besten in die Landschaft passen und ob die Flächen noch verkleinert werden können. Bei dem Standort in Streitdorf wird bereits erwartet, dass die Modulflächen am Ende kleiner ausfallen als beantragt.
An beiden Standorten sollen die Solarmodule auf Gestellen aufgestellt werden. Zu den Anlagen gehören auch ein Batteriespeicher und ein kleines Rechenzentrum in einem Container. Das Rechenzentrum steuert die Anlage, damit der Strom vor allem direkt vor Ort genutzt werden kann. Der Batteriespeicher sorgt dafür, dass der Strom, der tagsüber produziert wird, auch dann verfügbar ist, wenn die Sonne nicht scheint.
Wenn mehr Strom erzeugt wird, als vor Ort gebraucht wird, fließt die Energie über ein bestehendes Kabel der Bürger-Energie-Genossenschaft an regionale Abnehmer. Erst wenn auch dort nichts mehr benötigt wird, geht der Strom ins öffentliche Netz.