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Pfaffenhofen: Ein Blick in ein Haus aus den 20ern

1926 Copyright und Urheber siehe Pfaffenhofen an der Ilm

In der Gritschstraße steht ein besonderes Gebäude aus dem Beamtenviertel. Es erzählt die Geschichte vom Leben vor 100 Jahren.

Westlich des Stadtzentrums von Pfaffenhofen (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm, Bayern) gibt es ein Viertel, das in den 1920er-Jahren entstand. Man nennt es das Beamtenviertel. Damals kauften dort Leute wie Schulräte, Zöllner oder Amtleute Grundstücke und bauten Häuser. Typisch für diese Gegend sind die Mansard-Dächer. Diese sind unten steiler als oben, damit man den Platz unter dem Dach besser nutzen kann.

Ein Beispiel dafür ist das Haus in der Gritschstraße 26. Am 2. Oktober 1925 kaufte dort der Messungsamtmann Max Bauer ein Grundstück von 690 Quadratmetern. Er ließ sich das Haus vom Architekten Feye Peins aus Pasing entwerfen. Nur beim Dach gab es eine Änderung: Im Plan war es abgerundet, gebaut wurde es dann doch mit dem typischen Knick.

Die alte Raumaufteilung zeigt, wie die Menschen damals lebten. Im Keller gab es eine Waschküche, im Erdgeschoss eine große Wohnküche und ein Wohnzimmer mit Erker. Im ersten Stock gab es neben dem Schlafzimmer ein Gästezimmer und ein sogenanntes Herrenzimmer. Das war ein Rückzugsort für den Hausherrn zum Lesen oder Rauchen. Ganz oben unter dem Dach gab es sogar ein kleines Zimmer für eine Magd. Die Magd musste die Wäsche im Keller von Hand waschen, da es noch keine Waschmaschinen gab.

Über 60 Jahre lang gehörte das Haus der Familie Bauer. Erst 1990 verkaufte die Tochter das Gebäude an Rudolf Appel, weil die Mutter in ein Pflegeheim nach Wolnzach ziehen musste. Da das Haus nicht unter Denkmalschutz steht, konnte der neue Besitzer Änderungen vornehmen. Er baute eine Garage an und erweiterte den Keller.

Das Haus war nach 60 Jahren natürlich renovierungsbedürftig. Rudolf Appel erneuerte das Dach, die Leitungen und die Böden weitgehend selbst. Dabei hat er viel vom Original erhalten: die hölzernen Türklinken, die Eichentreppe und die speziellen Fenster. Im Keller gibt es noch Reste des alten Ziegelbodens.

Auch im Garten stehen noch Bäume aus den 1920er-Jahren, zum Beispiel ein seltener Jakobsapfel. Das Herrenzimmer und das Zimmer für die Magd werden heute natürlich nicht mehr so genutzt wie früher, aber der Besitzer freut sich nach wie vor an den historischen Details des Hauses.

Quelle: Pfaffenhofen an der Ilm – zur Originalmeldung

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