Neuburg besucht Klimaprojekte in Pfaffenhofen an der Ilm
Am 23. Juli 2026 kamen Gäste aus Neuburg an der Donau nach Pfaffenhofen an der Ilm (Landkreis Pfaffenhofen, Bayern). Die Stadt gilt als Vorreiter bei der ökologischen Entwicklung. Gemeinsam mit Mario Dietrich von den Stadtwerken besichtigten die Besucher verschiedene Projekte, die zeigen, wie man Städte kühler und grüner macht.
Erster Halt war der Schillerring. Dort gibt es eine Pilotanlage mit sogenannten Baumrigolen. Das sind spezielle Vorrichtungen unter den Bäumen, die Regenwasser sammeln und direkt an die Wurzeln abgeben. Zusammen mit Experten der TU München, dem Landesamt für Umwelt und anderen Instituten wird hier getestet, ob diese Technik das Wachstum fördert oder ob die Wurzeln eher faulen. Zudem wurde ein spezielles Substrat aus Kompost, Kies, Humus und Ziegelmehl ausprobiert. Es soll das Wasser filtern, damit es sauber im Boden versickert und nicht über die Kanalisation in die Kläranlage muss.
An diesem Standort wurden trockenheitsresistente Schneeball-Ahorne und heimische Stauden gepflanzt. Die Experten beobachten nun, ob diese Pflanzen mehr Insekten anlocken als eine normale Kräuterwiese. Das Ziel ist eine sogenannte Versicherungsmulde. Diese soll verhindern, dass Stadtbäume bei Hitze zu wenig Wasser bekommen. Wenn Bäume verdunsten, kühlen sie die Umgebung ab – das ist wichtig, um die Hitze in der Innenstadt zu senken.
Danach ging es weiter in den Bürgerpark. Seit 2017 gibt es dort eine Begrünungsoffensive. Es wurden Blühbänder und Staudenflächen angelegt, die wenig Pflege brauchen und gut mit dem Klima klarkommen. Besonders im Blick stand der „Klimawald“, in dem ein Dutzend spezieller Bäume auf ihre Tauglichkeit getestet werden. Bei der Gestaltung der Frühjahrsblüher werden die Bürger mit einbezogen.
Zum Abschluss besuchten die Gäste das Ecoquartier. Dieses gilt als eines der ersten „Schwammstadt-Quartiere“ Deutschlands. Das Prinzip ist einfach: Regenwasser wird nicht einfach wegeleitet, sondern vor Ort gespeichert, versickert oder verzögert abgegeben. Das sorgt für eine natürliche Kühlung durch Verdunstung.
Die Exkursion diente dazu, Erfahrungen auszutauschen. Die Stadt Neuburg konnte so neue Impulse für die eigene Stadtentwicklung mitnehmen. Weitere Details zu den Projekten veröffentlicht die Stadt unter dem Portal PAFundDU.