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Oldenburg ehrt Pastor Paulis Urdze mit Infotafel

Copyright und Urheber siehe Oldenburg

Am Kulturzentrum Rennplatz gibt es jetzt eine neue Informationsvitrine. Sie erzählt die Geschichte der ehemaligen lettischen Kolonie im Stadtteil Ohmstede.

In Oldenburg (Niedersachsen) erinnert eine neue Informationstafel an eine besondere Zeit im Stadtteil Ohmstede. Die Stadt hat eine Vitrine direkt am Kulturzentrum Rennplatz aufgestellt. Damit will sie die Arbeit von Pastor Paulis Urdze würdigen, der sich früher stark für die Menschen vor Ort engagiert hat.

Die Geschichte beginnt nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf dem Rennplatz gab es damals ein Ausländerwohnlager. Dort entstand die größte lettische Kolonie in der Bundesrepublik. Anfang der 1950er Jahre lebten dort mehr als 1.000 Menschen aus Lettland. Zuvor war das Lager ab 1943 eine Station für sowjetische Zwangsarbeiter gewesen.

Die Bedingungen in den Holzbaracken waren damals schlecht. Die Stadt konnte kaum Reparaturen machen, weil zu viele Flüchtlinge und Vertriebene nach Oldenburg kamen. Die Einwohnerzahl stieg in den ersten drei Jahren nach dem Krieg um fast 50 Prozent auf über 100.000 Menschen an. Erst 1959 wurden die ersten Baracken abgerissen und die Rennplatzsiedlung gebaut. Das passierte in Zusammenarbeit mit der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft (GSG).

Eine wichtige Rolle spielte Pastor Paulis Urdze, der im Sommer 1955 sein Amt antrat. Er änderte vieles in der Kolonie. Er organisierte Aufbaulager für Jugendliche aus verschiedenen Ländern und schuf ab 1957 Werkstätten für Menschen, die nur eingeschränkt arbeiten konnten. Im April 1963 startete dann der Bau eines Jugendzentrums, eines Kindergartens mit Hort und eines Kirchenraums. Ein Jahr später wurden diese Gebäude eingeweiht.

Nachdem der Pastor 1985 gestorben war, war die Zukunft der Einrichtung unsicher, weil Gelder gestrichen wurden. Im Jahr 1999 übernahm die Stadt Oldenburg die Einrichtung und nannte sie fortan „Kulturzentrum Rennplatz“.

Die Texte in der neuen Vitrine basieren auf der Arbeit des Historikers Günter Heuzeroth aus dem Jahr 2014 und neuen Recherchen von Dr. Karl-Ludwig Sommer aus dem Jahr 2024. Die Stadt dankt der GSG für die Hilfe beim Aufstellen der Tafel. Wer mehr wissen will, findet die Dokumentation von Günter Heuzeroth im Internet unter www.oldenburg.de/kulturbuero.

Quelle: Oldenburg – zur Originalmeldung

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