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Nürnberg: Sanierung vom Volksbad wird Millionengrab

Visualisierung der Schwimmalle I, Bild © Bild: Stadt Nürnberg Foto: Bild: Stadt Nürnberg

Das historische Bad in Gostenhof soll wieder öffnen, doch die Kosten explodieren und die Baustelle hinkt hinterher.

Das Nürnberger Volksbad (Stadtteil Gostenhof, Nürnberg) ist ein echtes Herzensprojekt für viele Bürger. Doch wer auf die Wiedereröffnung hofft, muss sich noch lange gedulden. Eigentlich sollte das Bad früher fertig werden, doch nun gibt es massive Verzögerungen. Frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 können die Menschen wieder ins Wasser springen.

Besonders heftig ist der Anstieg der Kosten. Im Jahr 2022 waren noch 56 Millionen Euro geplant. Jetzt, im Juli 2026, rechnet die Stadt mit Gesamtkosten zwischen 90 und 100 Millionen Euro. Das ist fast das Doppelte vom ursprünglichen Plan. Der Werkausschuss NürnbergBad hat am Freitag, den 17. Juli 2026, trotzdem beschlossen, das Projekt zu Ende zu bringen.

Warum ist das so teuer geworden? Das Gebäude ist über 100 Jahre alt und steht unter Denkmalschutz. Erst als die Arbeiter die Wände und Böden öffneten, kamen die Probleme zum Vorschein. Unter den Schwimmhallen fehlten teilweise die Fundamente, was die Statik gefährdete. Das musste mit teuren Bohrpfählen gesichert werden und kostete acht Monate Zeit. Außerdem fanden die Bauleute alte Schadstoffe aus einem früheren Gaswerk sowie historische Malereien an den Decken, die aufwendig restauriert werden müssen.

Auch menschliches Versagen sorgte für Ärger: Eine Firma für den Innenputz schaffte es mehrfach nicht, dass der Putz an den alten Ziegeln hielt. Die Kündigung und die Suche nach einer neuen Firma dauerten zehn Monate. In dieser Zeit konnten andere Handwerker nicht weiterarbeiten. Zudem sind die Baupreise seit 2020 stark gestiegen.

Um das Chaos in den Griff zu bekommen, schickt der Generalplaner nun drei zusätzliche Fachleute dauerhaft auf die Baustelle. Die Chefs kontrollieren die Termine und Kosten jetzt viel strenger. Die Mehrkosten muss die Stadt über Kredite finanzieren. Damit das klappt, muss die Stadt den jährlichen Zuschuss an den Eigenbetrieb NürnbergBad von 11 auf mindestens 15 Millionen Euro erhöhen. Die Eintrittspreise sollen aber gleich bleiben und nicht teurer werden als in anderen städtischen Bädern.

Neben dem Bad gibt es weitere Baustellen im Viertel. Die Rothenburger Straße vor dem Bad soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 wieder komplett geöffnet werden. Der neue Rochus-Park mit 6.000 Quadratmetern Grünfläche soll im Frühjahr 2027 in den Start gehen.

Wenn das Bad schließlich öffnet, wird es ein Mix aus Sport und Wellness. In der ehemaligen Männerschwimmhalle gibt es ein Becken im Jugendstil und einen Bereich für Kleinkinder. Die ehemalige Frauenschwimmhalle wird zu einem Wellnessbereich mit bis zu sechs Saunen und Gastronomie umgebaut. Für Schulen und Vereine gibt es zudem einen Neubau mit einem eigenen Lehrschwimmbecken.

Quelle: Nürnberg – zur Originalmeldung

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