Nordhorn: Neue Straße erinnert an jüdische Familie
Am Montag, den 31. August 2026, gab es in Nordhorn (Grafschaft Bentheim, Niedersachsen) eine kleine Feier. Die neue Hopfeldstraße im Baugebiet „Döppersweg“ wurde offiziell eröffnet und für den Verkehr freigegeben. Bürgermeister Thomas Berling war bei dem Termin dabei, ebenso wie Mitglieder des Arbeitskreises Gedenken, Nachbarn und andere Gäste.
Die Straße ist mehr als nur ein neuer Weg. Unter dem Straßenschild gibt es einen besonderen Text. Dort steht, dass die Familie Hopfeld eine jüdische Kaufmannsfamilie war, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und 1937 in die USA fliehen musste. Friedrich und Friedel Hopfeld hatten früher in der Bahnhofstraße 30 ein Textilkaufhaus betrieben.
Die Familie Hopfeld war die einzige jüdische Familie aus Nordhorn, der die Flucht rechtzeitig gelang. Zusammen mit ihrer Tochter Helga überlebten sie die NS-Zeit und fingen in Detroit in den USA von vorne an. Möglich wurde das unter anderem durch Carl Strübbe. Er hatte früher als Lehrling und Buchhalter für die Hopfelds gearbeitet und stand ihnen sehr nahe. Strübbe erkannte früh die Gefahr durch die Nazis und half der Familie bei der Ausreise. Die Verbindung zwischen den Familien hielt sogar nach dem Krieg an. Deshalb war bei der Eröffnung auch Hildegard Lindenberg dabei, die Tochter von Carl Strübbe.
Gerhard Naber vom Forum Juden/Christen erzählte bei der Feier mehr über die Geschichte der Familie. Er machte deutlich, dass man schon früh auf Warnsignale achten muss, wenn die Demokratie in Gefahr ist. Widerstand müsse früh beginnen, da ein Unrechtsregime später nur schwer zu bekämpfen sei. Carl Strübbe habe bewiesen, dass Mut im NS-Staat möglich war.
Die Hopfeldstraße ist nun dauerhaft Teil des Stadtbildes und hält die Erinnerung an das Schicksal der Familie wach. Die anderen Straßen im Baugebiet Döppersweg sollen in Kürze ebenfalls fertiggestellt und freigegeben werden.
Quelle: Nordhorn – zur Originalmeldung