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München prüft Einsatz von hochqualifizierten Pflegekräften

Die Münchenstift will akademisch ausgebildete Pflegekräfte in den Alltag integrieren. Die Stadt und die Pflegeeinrichtung suchen nun nach dem richtigen Konzept.

In München (Bayern) gibt es Pläne, die Pflege in den Einrichtungen der Münchenstift auf ein neues Level zu heben. Es geht dabei um sogenannte „Advanced Practice Nurses“. Das sind Pflegekräfte mit einem Master-Abschluss, die mehr Verantwortung übernehmen und komplexere Aufgaben erledigen können als herkömmliche Pflegefachkräfte.

Mehrere Mitglieder der SPD-Fraktion im Stadtrat hatten die Verwaltung dazu aufgefordert, gemeinsam mit der Münchenstift ein Konzept für diese neuen Stellen zu entwickeln. Die Idee ist, dass diese hochqualifizierten Fachkräfte dabei helfen, die Versorgung von Patienten mit vielen verschiedenen chronischen Krankheiten zu verbessern.

Ein erster Versuch startete bereits 2025 im Haus an der Tauernstraße. Dort sollten die Akademiker eigentlich im Wohnbereichsmanagement und in speziellen Pflege-Strukturen arbeiten. Da sich das Angebot im Neubau der Tauernstraße jedoch geändert hat – es gibt dort nun einen Bereich für „Junge Pflege“ statt Intensivpflege – muss die Stadt die Einsatzmöglichkeiten nun neu prüfen.

In der Praxis gibt es allerdings einige Hürden. Erstens gibt es kaum Bewerber mit einem Master in der Pflege, die tatsächlich in der Langzeitpflege arbeiten wollen. Nur etwa ein Prozent der akademischen Pflegekräfte ist in diesem Bereich tätig. Zudem wollen viele Bewerber sofort in Führungspositionen aufsteigen, was ohne entsprechende Berufserfahrung schwierig ist. Ein weiteres Problem ist das Geld: Es ist noch nicht endgültig geklärt, wie die Kostenträger diese teureren Stellen bezahlen.

Auch rechtlich ist die Lage kompliziert. Wenn Pflegekräfte Aufgaben eigenständig übernehmen, die früher nur Ärzte machen durften, ändert sich auch die Haftung. Wer ist verantwortlich, wenn etwas schiefgeht? Um das zu klären, beobachtet die Münchenstift derzeit Modellprojekte, wie etwa an der Uniklinik Regensburg.

Um die Probleme zu lösen, gab es im April 2026 einen Runden Tisch mit Vertretern der Hochschule für Angewandte Wissenschaften München (MUC Health) und Praktikanten. Die Ergebnisse dieser Gespräche sollen nun in die weitere Planung einfließen. Zusätzlich gibt es einen Arbeitskreis bei der Münchner Pflegekonferenz, der unter der Leitung des Sozialreferats steht und ebenfalls Lösungen für die Qualifikationen und die Bezahlung sucht.

Quelle: München – zur Originalmeldung

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