München: Neuer Radweg an der Bahnlinie scheitert
Einige Stadträte aus der Fraktion Die Grünen – Rosa Liste hatten gefordert, eine Radroute entlang der Bahnlinie München – Rosenheim zu planen. Der Weg sollte von der Theresienhöhe über die Braunauer Eisenbahnbrücke führen. Nun hat der Mobilitätsreferent Georg Dunkel geantwortet: Das Projekt ist in dieser Form kaum machbar.
Das Hauptproblem ist der Platz. Für einen ordentlichen Radweg in beide Richtungen inklusive Fußweg braucht man etwa 6,5 Meter Breite. Auf der geplanten Strecke von etwa 1,3 Kilometern gibt es jedoch sieben große Engstellen. An vielen Stellen ist es einfach zu eng, um einen Weg neben den Gleisen zu bauen. So gibt es bei der Reifenstuelstraße kaum Platz, weil die Deutsche Bahn dort ein Gleis wieder in Betrieb nimmt. Auch bei der Eisenbahnüberführung Lindwurmstraße ist kein Raum für Radfahrer vorgesehen.
Ein Lichtblick ist die Braunauer Eisenbahnbrücke, die die Isar überquert. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass man die Brücke sanieren und für Fußgänger und Radfahrer öffnen könnte. Das wäre ein großer Gewinn für den Süden Münchens. Aber auch hier gibt es Hürden: Die Brücke gehört der Deutschen Bahn. Die Bahn will die Anlage nicht dauerhaft an die Stadt übergeben, ist aber bereit, über befristete Verträge zu sprechen.
Zudem fehlt der Stadt derzeit das Geld und das Personal. Wegen Sparmaßnahmen ruhen die Planungen für die Brücke vorerst. Andere Teile der Route wären extrem teuer. Allein für eine neue Brücke über die Tumblingerstraße müssten schätzungsweise 2,5 bis 3,5 Millionen Euro ausgegeben werden. Das sind nur die reinen Baukosten; Geld für Grundstückskäufe oder Leitungsverlegungen kommt noch oben drauf.
Die Stadt wird die Entwicklung der Braunauer Eisenbahnbrücke zwar weiter beobachten, aber ein durchgehender Radweg entlang der Gleise ist momentan nicht geplant. Stattdessen will die Stadt bestehende Fahrradstraßen und andere Wege in der Umgebung verbessern.
Ob es in Zukunft doch noch zu einer Einigung mit der Deutschen Bahn kommt, bleibt abzuwarten. Weitere konkrete Planungen gibt es derzeit nicht.
Quelle: München – zur Originalmeldung