München: Mehr Cannabis-Straftaten bei Jugendlichen
Seit Cannabis in Deutschland teilweise legal ist, hat die Stadt München die Auswirkungen genau unter die Lupe genommen. Ein Stadtrat wollte wissen, wie sich die neue Gesetzeslage auf die Stadt auswirkt. Die Antwort der Verwaltung zeigt ein gemischtes Bild: Während die Kosten für Prävention und Kontrollen gleich geblieben sind, gibt es bei den Straftaten einen deutlichen Anstieg.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren. Im Jahr 2024 wurden noch 56 Jugendliche wegen Cannabis-Straftaten als Tatverdächtige gemeldet. Nur ein Jahr später, im Berichtsjahr 2025, war die Zahl bereits auf 141 gestiegen. Insgesamt gab es in München 2025 sogar 976 Fälle von Cannabis-Straftaten über alle Altersgruppen hinweg.
Auch bei den Ordnungswidrigkeiten gibt es viele Fälle. So wurden zwischen April 2024 und März 2026 insgesamt 504 Anzeigen geschrieben, weil Menschen in der Nähe von Schulen, Spielplätzen oder in Fußgängerzonen gekifft haben. In 119 Fällen passierte dies direkt in Gegenwart von Minderjährigen.
Die Gesundheitsbehörden berichten hingegen, dass die Notaufnahmen der München Kliniken kaum medizinische Notfälle wegen Cannabis-Vergiftungen verzeichnen mussten. Bei den 15- bis 17-Jährigen sei der Konsum laut Studien stabil geblieben. Allerdings gibt es einen spürbaren Anstieg bei jungen Männern zwischen 18 und 24 Jahren.
Die Stadt betont, dass sie weiterhin auf Prävention setzt. Es gibt Online-Kurse für Lehrer und Eltern sowie Workshops für Schüler der 8. bis 10. Klasse. Ob die Teillegalisierung den Schwarzmarkt wirklich zurückgedrängt hat, könne die Stadtverwaltung nicht beantworten, da ihr dazu keine eigenen Daten vorliegen.
Die Ermittlungen in den einzelnen Strafverfahren dauern an. Ob und inwieweit sich die Tatverdächtigen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: München – zur Originalmeldung