München: Massenschlägerei an der Hackerbrücke
Es war kurz vor vier Uhr morgens am S-Bahnhalt Hackerbrücke (München). Drei deutsche Jugendliche im Alter von 16, 17 und 19 Jahren waren gerade aus der S-Bahn Linie S1 ausgestiegen. Dort trafen sie auf eine Gruppe von sechs weiteren Deutschen. Erst gab es einen heftigen Streit mit Worten, doch dann eskalierte die Situation komplett.
Die Gruppen fingen an, massiv aufeinander einzuschlagen. Der Kampf verlagerte sich sogar in den Gleisbereich. Ein 19-Jähriger und ein 35-Jähriger prügelten sich direkt auf den Schienen. Sie merkten dabei wohl gar nicht, dass sie beinahe von einer einfahrenden S-Bahn überfahren worden wären.
Ein 40-jähriger Mitarbeiter der Deutschen Bahn sah das Ganze. Er war als Reinigungskraft im Einsatz und schritt sofort ein. Er sprang in den Gefahrenbereich auf die Gleise und trennte die beiden Kämpfenden. Da es an einer anderen Stelle des Bahnsteigs ebenfalls zu einem Streit kam, griff er auch dort ein, um die Lage zu beruhigen. Er blieb unverletzt.
Ein weiterer Mann, ein 22-Jähriger, wollte ebenfalls helfen. Er ist bei einer Freiwilligen Feuerwehr und stellte sich mutig zwischen die Streitenden, um sie zu beruhigen. Doch dann passierte das Unglück: Der 17-Jährige griff ihn unvermittelt an. Der junge Helfer wurde schwer am Auge verletzt. Er musste in ein Krankenhaus gebracht und operiert werden.
Die Bundespolizei hat die beiden Helfer nun für ihren Mut geehrt. Sie erhielten Urkunden und Geschenke für ihre Zivilcourage.
Das Jugendschöffengericht am Amtsgericht München hat inzwischen geurteilt. Der 19-Jährige muss eine Jugendstrafe von zwei Jahren und vier Monaten absitzen. Der 17-Jährige bekam zwei Jahre Jugendstrafe auf Bewährung. Der 16-Jährige muss eine Woche Jugendarrest verbüßen und weitere Auflagen erfüllen.
Die Urteile gegen die beiden Jüngeren stehen fest. Bei dem 19-Jährigen ist das Verfahren noch nicht beendet, da die Staatsanwaltschaft München I Berufung eingelegt hat.
Quelle: Bundespolizeidirektion München – zur Originalmeldung