München Klinik verliert jährlich 30 Millionen Euro
Die München Klinik (Bayern) steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Grund ist das sogenannte GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz der Bundesregierung. Durch dieses Gesetz muss das Krankenhaus jedes Jahr mindestens 30 Millionen Euro weniger einplanen. Insgesamt will der Bund im gesamten deutschen Gesundheitswesen bis 2027 rund 16,3 Milliarden Euro sparen.
Das kommt für die Klinik zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Das Haus steckt gerade mitten in einem großen Umbau, dem Konzept MüK20++. Dabei werden an fünf Standorten Fachabteilungen zusammengelegt und die Notaufnahmen neu geordnet. Jetzt kommt ein ungeplantes Minus hinzu, das die Pläne über den Haufen wirft. Die Klinik muss ihr Konzept nun anpassen und die Sparmaßnahmen beschleunigen.
Besonders hart trifft es die Pflege. Bisher hat ein spezielles Budget die steigenden Personalkosten und Tarifsprünge fast komplett abgedeckt. Das soll künftig nicht mehr in vollem Umfang so sein. Außerdem fällt ab 2027 eine Zusatzfinanzierung von 2,5 Prozent weg. Für ein Krankenhaus, das jährlich rund 110.000 Patienten stationär oder teilstationär betreut, ist das ein massiver Verlust.
Die München Klinik ist mit dem Problem nicht allein. Laut Einschätzungen würden derzeit fast alle großen kommunalen Krankenhäuser und Universitätskliniken in Deutschland rote Zahlen schreiben. Die Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser kritisiert, dass der Bund einfach nur Geld sparen will, ohne auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Häuser zu schauen.
Neben den Kliniken leiden auch Patienten in der ambulanten Versorgung. Das Gesetz deckelt die Leistungen und kürzt die Honorare für Psychotherapeuten. Die Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek warnt deshalb, dass es für gesetzlich Versicherte noch schwieriger wird, einen Therapieplatz zu finden. Besonders für Kinder und Jugendliche könnte die Wartezeit länger werden.
Die Klinikleitung und die Stadt wollen die Versorgung in München trotz der Sparzwänge auf hohem Niveau halten. Ob das gelingt, hängt unter anderem davon ab, welche Leistungsgruppen das bayerische Gesundheitsministerium noch in diesem Jahr zuteilt. Die Ermittlungen über die genauen Auswirkungen dauern an.
Quelle: München – zur Originalmeldung