München streitet über kaputte Rolltreppen in U-Bahnhöfen
In München (Bayern) gibt es Ärger über defekte Rolltreppen im öffentlichen Nahverkehr. Mehrere Stadtratsmitglieder der CSU und der Freien Wähler hatten bereits im Januar 2025 gefordert, dass die Anlagen zuverlässig laufen müssen. Sie wollten, dass die Stadt dafür sorgt, dass die Treppen an der Stadtwerke München (SWM) und der MVG funktionieren. Zudem sollte sich der Oberbürgermeister bei der Deutschen Bahn und der S-Bahn für einen besseren Betrieb einsetzen.
Mobilitätsreferent Georg Dunkel antwortete nun auf diesen Antrag. Er stellte klar, dass der Stadtrat für den täglichen Betrieb der Treppen nicht zuständig ist. Das liege in der Hand der MVG und der Deutschen Bahn. Bei der sogenannten „Grolltreppe“ handle es sich zudem um eine Anlage der Bahn, auf die die Stadt keinen Einfluss habe. Oberbürgermeister Reiter hatte deshalb bereits im Januar Vertreter der Deutschen Bahn zu einem Gespräch eingeladen.
Die Stadtwerke München (SWM) lieferten in ihrer Stellungnahme eigene Zahlen. Für das Jahr 2024 gaben sie eine technische Verfügbarkeit der Fahrtreppen von 98,2 Prozent an. Am Marienplatz läge der Wert bei 98,3 Prozent. Dort wurden die schlechteste Anlage im letzten Jahr erneuert, drei weitere sollen dieses Jahr am Marienhof folgen. Am Sendlinger Tor lag der Wert bei 97,3 Prozent. Hier gab es nach einer siebenjährigen Modernisierung, die am 20. September 2024 endete, Probleme mit dem Hersteller und viele Störungen. Die SWM schreiben, dass die Verfügbarkeit dort inzwischen wieder deutlich gestiegen sei.
Der Behindertenbeirat der Stadt sieht das ganz anders. Er hält die Werte der MVG für unrealistisch. Das Problem seien die Rechenmethoden: Wartungen und Erneuerungen würden in der Statistik nicht als Ausfallzeiten gezählt. Für Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer oder Reisende mit Gepäck seien die Treppen in dieser Zeit aber trotzdem nicht nutzbar. Zudem gebe es Lücken bei der Erfassung. Wenn Fahrgäste defekte Treppen melden, wisse die Leitstelle der MVG oft nichts davon. Auch die Störungsanzeigen in der App „MVG-Zoom“ seien widersprüchlich.
Das Mobilitätsreferat unterstützt die Kritik des Behindertenbeirats. Es sei wichtig, dass die Auskünfte über defekte Anlagen korrekt und ehrlich kommuniziert werden. Für die Fahrgäste zähle nur, ob die Treppe vor Ort wirklich funktioniert oder nicht. Ob die Stadt nun die Statistik ändert oder die Kommunikation verbessert, bleibt offen.
Quelle: München – zur Originalmeldung