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Mannheim: Ausschreitungen beim Pokalderby im Carl-Benz-Stadion

Ein Spiel zwischen Waldhof Mannheim und dem FC Kaiserslautern endete im Chaos. Fans stürmten den Platz und beschossen die Polizei mit Raketen.

Im ausverkauften Carl-Benz-Stadion in Mannheim (Baden-Württemberg) trafen sich am 21. August rund 23.500 Zuschauer zum DFB-Pokalspiel. Während der Marsch der Gästefans vom Bahnhof Ludwigshafen-Mitte zum Mannheimer Hauptbahnhof noch ruhig verlief, wurde die Stimmung im Stadion immer aggressiver. Über das gesamte Spiel hinweg zündeten Fans immer wieder Pyrotechnik.

Kurz nach dem Ende der regulären Spielzeit eskalierte die Situation. Auf dem Rasen bildeten die Spieler beider Mannschaften eine aggressive Gruppe. Diese Stimmung übertrug sich sofort auf die Ränge. Mannheimer Fans warfen Becher in Richtung der Spielerbank von Kaiserslautern. Die Gegenseite reagierte darauf und schoss gezielt Raketen auf die Haupttribüne.

Daraufhin stürmten Mannheimer Anhänger den Platz. Die Polizei musste hart eingreifen und die Leute mit Zwang zurück in den Heimblock drücken. Dabei wurden die Beamten aus dem Fanblock heraus mit Raketen und anderem Feuerwerk beschossen. Insgesamt verletzten sich 33 Beamte der Bundespolizei und zwei Polizisten aus Baden-Württemberg leicht.

Das Chaos führte dazu, dass der Anpfiff für die Verlängerung kurzzeitig verschoben werden musste. Nach dem Spiel gab es weiteren Ärger im Gästeblock: Dort zündeten Fans mutwillig die eigene Choreografie an, die dann von der Berufsfeuerwehr gelöscht werden musste. Wegen der Einsätze waren Straßen kurzzeitig gesperrt und auch die Busse und Bahnen hatten Probleme.

Insgesamt mussten 85 Menschen medizinisch versorgt werden, acht davon kamen ins Krankenhaus. Rund 1.400 Polizisten aus verschiedenen Bundesländern waren im Einsatz. Mehrere Fans wurden vorläufig festgenommen.

Die Polizei hat nun Ermittlungen wegen Beleidigungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch eingeleitet. Auch Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz und Angriffe auf Polizisten werden geprüft. Videoaufnahmen sollen helfen, die Täter zu identifizieren. Ob und inwieweit sich die Festgenommenen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: Polizeipräsidium Mannheim – zur Originalmeldung

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