Lorch übernimmt Projekt zur Vernetzung der Bürger
In Lorch am Rhein (Rheingau-Taunus-Kreis, Hessen) gab es eine offizielle Übergabe im Hilchenhaus. Der Landkreis hat dort ein Pilotprojekt gestartet, um die Menschen und die Verwaltung besser zusammenzubringen. Seit zweieinhalb Jahren wurde gearbeitet, nun führt die Stadt Lorch das Netzwerk in Eigenregie weiter.
Das Ziel war es, nicht im Büro zu planen, sondern direkt mit den Leuten vor Ort zu sprechen. In Workshops und Bürgerversammlungen wurde geschaut, was in der Stadt fehlt und wer zusammenarbeiten kann. Rund 50 aktive Bürger, Vereine und Experten aus dem JobCenter oder der Jugendhilfe haben in sechs verschiedenen Arbeitsgruppen mitgemacht.
Konkrete Ergebnisse gibt es bereits: Seit Juli 2026 stehen fünf Mitfahrerbänke in der Kernstadt, in Lorchhausen und auf dem Ranselberg. Wer dort Platz nimmt, signalisiert, dass er eine Mitfahrgelegenheit sucht. Passend dazu gibt es eine WhatsApp-Gruppe. Auch für den Klimaschutz gibt es nun ein Netzwerk, das bei Themen wie Wärmepumpen oder Solarzellen hilft.
Familien profitieren von einer gemeinsamen Sprechstunde im Familienzentrum auf dem Ranselberg. Dort beraten Fachkräfte von verschiedenen Stellen gleichzeitig, damit die Eltern nicht von Amt zu Amt rennen müssen. Zudem gibt es einen „Runden Tisch“ für Familienangebote und ein Gremium für Kinder und Jugendliche, die sich unter anderem einen neuen Jugendraum wünschen.
Für ältere Menschen wird derzeit eine Nachbarschaftshilfe aufgebaut. Außerdem gibt es nun einen gemeinsamen Terminkalender für die Vereine und eine Infogruppe bei WhatsApp, damit Informationen schneller fließen.
Landrat Sandro Zehner möchte diesen Weg nun im gesamten Kreis ausbauen. Das Modell aus Lorch soll als Vorbild dienen. Als nächste Gemeinde ist Rüdesheim bereits in Vorbereitung. Bürgermeister Oliver Lübeck nimmt die Verantwortung für Lorch an und will die Arbeitsgruppen offen halten, damit sich noch mehr Bürger einbringen können.