Leipzig: Anklage nach Amokfahrt in der Innenstadt
Es war der 4. Mai 2026, als ein Mann mit seinem Wagen in die Fußgängerzone der Grimmaischen Straße in Leipzig (Sachsen) raste. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zu diesem Vorfall nun abgeschlossen. Dem Mann wird vorgeworfen, zwei Menschen getötet zu haben. Zudem soll er versucht haben, mindestens 85 weitere Menschen zu töten.
Insgesamt wurden acht Menschen verletzt. Vier von ihnen wurden direkt vom Auto erfasst. Die anderen vier wurden verletzt, weil sie von den Opfern mitgerissen wurden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Fahrer heimtückisch gehandelt hat und die Tat mit einem gemeingefährlichen Mittel beging.
Nach seiner Festnahme kam der Mann zunächst in ein psychiatrisches Krankenhaus. Die Behörden vermuteten anfangs, dass er zum Zeitpunkt der Tat nicht ganz bei Verstand war oder seine Schuldfähigkeit vermindert war. Ein psychiatrisches Gutachten kommt nun zu einem anderen Ergebnis: Es gibt laut Experten keine Anzeichen dafür, dass der Mann nicht voll verantwortlich war.
Deshalb will die Staatsanwaltschaft, dass der Mann aus der Klinik in ein normales Gefängnis überstellt wird. Ein entsprechender Haftbefehl wurde beantragt, das Landgericht Leipzig hat darüber aber noch nicht entschieden.
Der Mann ist nicht vorbestraft. Er hat sich zu den Vorwürfen gegenüber den Ermittlern bisher nicht offiziell geäußert, sprach aber mit dem Gutachter. Ob und inwieweit sich der Verdächtige strafbar gemacht hat, klärt nun das Schwurgericht des Landgerichts Leipzig. Es gilt die Unschuldsvermutung.