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Landsberg am Lech feiert Jubiläum der Liberation-Concerts

Copyright und Urheber siehe Landsberg am Lech

Seit fünf Jahren erinnern Jugendliche in Landsberg an die Musiker des Holocaust. Jetzt gibt es eine Ausstellung zu diesem Projekt.

Vor fünf Jahren startete im Rathausfoyer von Landsberg am Lech (Landkreis Landsberg, Bayern) die Initiative „Liberation Concert: Menschlichkeit. Würde. Hoffnung.“. Was als lokale Ausstellung begann, ist heute ein internationales Jugendprojekt. Es gibt mittlerweile Partner bis nach Amerika und Israel. Sogar das Museum des Ghetto Fighters' House im Norden Israels arbeitet mit der Stadt zusammen. Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl hatte dazu vor zwei Jahren einen Vertrag für die wissenschaftliche Arbeit und den Austausch von Jugendlichen unterschrieben.

Im Kern geht es um die Geschichte eines Orchesters aus Musikern, die den Holocaust überlebt hatten. Diese Menschen waren 1944 aus Litauen nach Landsberg und Kaufering deportiert worden. Dort mussten sie für die Rüstungsindustrie der Nationalsozialisten Zwangsarbeit leisten. Nach ihrer Befreiung gaben sie am 27. Mai 1945 ihr erstes Konzert auf dem Gelände der Erzabtei St. Ottilien. Später spielten sie hunderte Male vor zehntausenden Überlebenden.

Seit 2021 führen Jugendliche aus Landsberg dieses Erbe fort. Vor allem Schüler des Ignaz-Kögler-Gymnasiums und junge Leute der städtischen Sing- und Musikschule sind dabei. Sie organisieren eigene Konzerte, Workshops und Filmabende. Die Journalistin Karla Schönebeck hat das Projekt ins Leben gerufen.

Kürzlich eröffnete Altoberbürgermeister Franz-Xaver Rößle zusammen mit Angelika Zimfer die Jubiläumsausstellung „5 Jahre Liberation Concert“. Zimfer war früher Schülerin am Ignaz-Kögler-Gymnasium und half bei der Suche nach Informationen über das DP-Lager Landsberg. Dabei entdeckte sie 2022 einen bisher unbekannten Kinder- und Jugendkibbuz, den „Kibbuz Lohamei Hagetaot“. Dieser wurde schon im Sommer 1945 in Landsberg gegründet und führte 1949 in Israel zum ältesten Holocaustmuseum der Welt.

Franz-Xaver Rößle, dessen Enkelin Felicitas selbst Cello in den Konzerten spielte, lobte den Einsatz der Jugendlichen. Er erinnerte daran, dass die Stadt früher lange Zeit Probleme hatte, mit ihrer eigenen Vergangenheit klarzukommen. Das sei heute zum Glück kein Thema mehr.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. August 2026 zu sehen. Sie ist täglich von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr in der Galerie im Historischen Rathaus geöffnet. Wer mehr wissen möchte, kann jeden Samstag um 13:00 Uhr an einer kostenlosen Führung von Karla Schönebeck teilnehmen. Zusätzliche Informationen zur Stadtgeschichte gibt es im wiedereröffneten Stadtmuseum.

Quelle: Landsberg am Lech – zur Originalmeldung

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