Landkreis Rastatt warnt vor illegalen Fleisch-Mitbringseln
Urlaubsmitbringsel wie Salami aus Ungarn, Schinken aus Spanien oder Wildfleisch aus Afrika klingen nach einem kulinarischen Highlight. Doch das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Landkreis Rastatt (Baden-Württemberg) warnt: Solche Lebensmittel können eine tickende Zeitbombe für die Gesundheit von Mensch und Tier sein. Viele Tierkrankheiten aus beliebten Reiseländern können so in Deutschland eingeschleppt werden.
Besonders gefährlich sind die Afrikanische Schweinepest und die Maul- und Klauenseuche. Diese Erreger stecken oft in Fleisch von Wildschweinen oder Rindern aus betroffenen Regionen. Wie gefährlich das ist, zeigt ein aktuelles Beispiel: Im Reisegepäck aus der Mongolei wurde eine größere Menge Schweinefleisch gefunden, das tatsächlich mit der Schweinepest infiziert war. Auch Schaf- und Ziegenpocken sowie die Hautknotenkrankheit bei Rindern sind ein Problem. In den Jahren 2025 und 2026 gab es bereits Ausbrüche in Italien, Griechenland, Frankreich und Spanien.
Die Regeln für die Einfuhr sind streng: Fleisch- und Milchprodukte sind generell verboten. Bei anderen tierischen Lebensmitteln gibt es Limits. So darf man maximal 20 Kilogramm Fisch und zwei Kilogramm Honig im Gepäck haben. Wer zu viel mitbringt oder verbotene Waren einführt, muss damit rechnen, dass die Ware beschlagnahmt und vernichtet wird. Die Kosten dafür trägt der Reisende selbst.
Besonders am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden kontrolliert der Zoll das Gepäck genau. Die Einfuhr von tierischen Lebensmitteln ist eine Ordnungswidrigkeit. Das gilt auch dann, wenn man es nicht absichtlich gemacht hat. In solchen Fällen wird ein Bußgeld fällig, das meistens höher ist als der Wert der Ware. Allein im Jahr 2025 wurden am Baden Airpark über 2,3 Tonnen illegaler Lebensmittel eingezogen und entsorgt. Das Veterinäramt hat in jedem dieser Fälle ein Bußgeld verhängt.
Auch Autofahrer sind gefragt. Speisereste, vor allem Wurst, dürfen nicht einfach auf Autobahnraststätten oder Parkplätzen weggeworfen werden. Wenn Wildschweine diese Reste fressen, können sie sich mit dem Schweinepestvirus infizieren. Informationen dazu finden Reisende auf mehrsprachigen Plakaten an den Raststätten.
Wer dennoch etwas mitbringen möchte, sollte sich vor der Reise genau über die aktuellen Einfuhrbestimmungen informieren.