Landkreis Rastatt: So arbeitet das Straßenbauamt heute
Wenn man morgens zur Arbeit fährt, denkt kaum jemand an die Planung hinter den Straßen, Brücken oder Tunneln. Im Landkreis Rastatt (Baden-Württemberg) sorgt das Straßenbauamt dafür, dass die Infrastruktur läuft. Seit dem 1. April leitet Nicolai Deveaux die Behörde. Er macht deutlich: Die Arbeit ist heute viel komplizierter als früher.
Das Amt betreut ein riesiges Netz von insgesamt rund 645 Kilometern. Dazu gehören etwa 100 Kilometer Bundesstraßen, 220 Kilometer Landesstraßen und 225 Kilometer Kreisstraßen sowie diverse Radwege. Dabei geht es nicht nur um den Bau neuer Wege. Die Mitarbeiter müssen Brücken und Stützmauern prüfen, Ampeln warten und Verkehrszählungen durchführen. Auch die Koordination von Baustellen kostet viel Zeit, da sie mit der Polizei, der Feuerwehr, dem THW und den Rettungsdiensten abgestimmt werden müssen.
Ein großes Problem ist der Verschleiß. Viele Brücken und Straßen wurden gebaut, als es viel weniger Verkehr gab. Heute belasten vor allem schwere Lkw die Fahrbahnen extrem. Laut dem sogenannten „Vierte-Potenz-Gesetz“ schädigt ein einzelner Lkw die Straße im Schnitt 10.000-mal stärker als ein normaler Pkw. In manchen Fällen ist der Schaden sogar 100.000-mal so hoch. Das macht die Instandhaltung zu einer Daueraufgabe.
Zusätzlich kämpft das Amt mit dem Fachkräftemangel. Es wird immer schwieriger, qualifizierte Ingenieure zu finden, weil die Privatwirtschaft oder die Autobahn GmbH oft bessere Gehälter und Bedingungen bieten. Gleichzeitig ist das Geld in den öffentlichen Haushalten knapp. Das Straßenbauamt muss daher genau entscheiden, welche Projekte Priorität haben. Das wichtigste Ziel bleibt dabei, dass die Straßen sicher und befahrbar bleiben.