Landkreis Harburg: Polizei jagt getunte E-Scooter
Die Polizei wollte zum Schulbeginn genau hinschauen, wie Jugendliche mit ihren E-Scootern unterwegs sind. Deshalb gab es gestern und heute große Kontrollen im Landkreis Harburg (Niedersachsen). Die Beamten aus Harburg bekamen dabei Hilfe von Kollegen aus Lüneburg, Stade, Rotenburg und sogar aus Hamburg. Sie stellten sich in Buchholz, Winsen und Seevetal direkt an die Schulzentren, um die Schüler beim Kommen und Gehen abzufangen. Dazwischen suchten sie auch die Innenstädte ab.
Insgesamt kontrollierten die Polizisten 973 E-Scooter. Dabei fielen viele Fehler auf: 22 Mal saßen zwei Menschen auf einem einzigen Roller, obwohl das verboten ist. Neun Leute telefonierten während der Fahrt am Handy. Fünf Roller hatten gar keine Versicherung.
Besonders Sorgen bereitet der Polizei, dass viele Fahrer ihre Roller manipulieren. Mit Apps aus dem Internet schalten sie die gesetzliche Grenze von 20 km/h einfach aus, um viel schneller zu fahren. In 14 Fällen entdeckten die Beamten solche Manipulationen. Einige dieser Roller wurden direkt beschlagnahmt, damit die Polizei sie genauer untersuchen kann.
Ein Fall war extrem: Ein Jugendlicher war mit einem Roller unterwegs, der auf dem Prüfstand der Polizei eine Geschwindigkeit von 84 km/h erreichte. Die Beamten warnen, dass man sich mit solchem Tempo in Lebensgefahr begibt und auch andere gefährdet.
Neben den Strafzetteln gab es viele Gespräche. Die Polizisten erklärten den Jugendlichen, dass sie nicht auf dem Gehweg fahren dürfen und dass die Roller ab 14 Jahren erlaubt sind. Auch das Thema Alkohol wurde angesprochen: Wer unter 21 ist, darf mit 0,0 Promille auf den Scooter steigen.
Die Ermittlungen zu den manipulierten Fahrzeugen dauern an.