Landkreis Harburg: Angler sägten Naturschutzgebiet für Platz frei
Ranger des Landkreises Harburg (Niedersachsen) und die Wasserschutzpolizei Scharnebeck waren gemeinsam mit einem Polizeiboot auf der Elbe unterwegs. Das Ziel war es, Naturschutzgebiete vom Wasser aus zu kontrollieren. Dabei stießen sie auf eine Gruppe von fünf Männern, die sich ihren Angelplatz im sensiblen Bereich ziemlich bequem gemacht hatten.
Die Männer hatten dafür eine Säge benutzt. Sie schnitten den Röhrichtgürtel weg und sägten sogar armdicke Weidenäste ab, um freie Sicht und Platz zu haben. Als Ranger Florian Baier die Männer ansprach, zeigten sie sich wenig einsichtig. Gegenüber Anwohnern behaupteten sie sogar, sie hätten eine Genehmigung für die Aktion. Vor den Beamten hieß es dann nur: „Wir haben uns nichts dabei gedacht.“
Für die Ranger war dieser Vorfall besonders dreist, da solche Zerstörungen in dieser Form selten seien. Die Tour auf dem Boot zeigte zudem, dass viele solcher illegalen Plätze im Gebüsch versteckt sind und vom Land aus kaum zu finden wären. Vom Wasser aus lässt sich die Uferkante wie ein Inhaltsverzeichnis überblicken.
Die Landschaftswacht des Landkreises Harburg ist seit knapp drei Jahren im Einsatz. Die Ranger versuchen meist zuerst, die Besucher durch Gespräche aufzuklären. Wenn das nicht hilft oder die Zerstörung zu groß ist, werden die Verstöße mit Bußgeldern geahndet.
Ob und inwieweit sich die fünf Männer strafbar gemacht haben, klärt nun die zuständige Behörde. Die Ermittlungen dauern an.