Künzelsau: So funktioniert das städtische Taubenhaus
Wer in Künzelsau (Hohenlohekreis, Baden-Württemberg) am Wehr vorbeiläuft, sieht vielleicht nur ein Gebäude. Doch hinter den Türen des Taubenhauses beginnt jeden Morgen um 8 Uhr die Arbeit. Seit September 2016 betreibt der Verein Taubenfreunde Künzelsau e. V. die Anlage zusammen mit der Stadtverwaltung.
Zwischen 250 und 300 Stadttauben nutzen das Haus als festen Anflugpunkt. Hier finden sie Futter, frisches Wasser und geschützte Plätze zum Nisten. Um die Zahl der Tauben in der Stadt zu begrenzen, gibt es einen Trick: Die echten Eier werden regelmäßig gegen Gipseier ausgetauscht. So wird verhindert, dass immer mehr Küken schlüpfen, ohne den Tieren zu schaden.
Die Zahlen zeigen, dass das System funktioniert. Seit der Eröffnung wurden etwa 13.000 Eier gegen Attrappen getauscht. Während es 2021 und 2022 noch sehr viele waren, sinken die Zahlen nun. Im Jahr 2025 waren es 567 Eier, bis April 2026 waren es rund 200. Da Tauben aber bis zu 15 Jahre alt werden können, dauert es, bis man die Verringerung der Population in der Stadt wirklich merkt.
Die tägliche Pflege ist aufwendig. Die Anlage muss gereinigt werden, Futter und Wasser müssen gewechselt und die Tiere kontrolliert werden. Zwei Minijobkräfte erledigen das von Montag bis Samstag für jeweils etwa zwei Stunden. Sonntags übernehmen Ehrenamtliche den Dienst. Aktuell wird Gerdi Moulin, die offiziell am 1. August 2026 gestartet ist, von Anja Schnorr eingearbeitet.
Neben der täglichen Routine kümmert sich der Verein auch um verletzte Tiere und organisiert Fahrten zum Tierarzt. Sogar Jugendliche, die Sozialstunden leisten müssen, helfen mit und lernen so, Verantwortung zu übernehmen. Das Projekt wird derzeit von drei aktiven Vereinsmitgliedern und den beiden Minijobbern getragen, wobei zwei der Ehrenamtlichen bereits 72 und 80 Jahre alt sind.
Damit das Taubenhaus auch in Zukunft weiterlaufen kann, sucht der Verein Taubenfreunde Künzelsau e. V. nach neuen ehrenamtlichen Helfern oder finanziellen Spenden.
Quelle: Künzelsau – zur Originalmeldung