Zum Inhalt springen
newssofort.de

Künzelsau: So funktioniert das lokale Taubenhaus

Copyright und Urheber siehe Künzelsau

In Künzelsau gibt es ein spezielles Taubenhaus, das die Stadt von Stadttauben befreien will. Jetzt gibt es dort eine neue Mitarbeiterin.

Wer in Künzelsau (Hohenlohekreis, Baden-Württemberg) unterwegs ist, sieht oft Stadttauben. Damit die Tiere nicht völlig außer Kontrolle wachsen, gibt es in der Stadt ein Taubenhaus am Wehr. Dort beginnt die Arbeit jeden Morgen um 8 Uhr. Seit dem 1. August 2026 ist Gerdi Moulin dort im Einsatz. Aktuell lernt sie von Anja Schnorr, wie die täglichen Aufgaben funktionieren.

Das Projekt läuft seit September 2016. Dabei arbeiten die Stadtverwaltung und der Verein Taubenfreunde Künzelsau e. V. zusammen. Etwa 250 bis 300 Tauben nutzen das Haus als festen Anflugort. Sie finden dort Futter, Wasser und einen geschützten Platz zum Brüten. Der Clou dabei: Die echten Eier werden regelmäßig gegen Gipseier ausgetauscht. So wird verhindert, dass immer mehr neue Tauben schlüpfen, ohne dass die Tiere gequält werden.

Die Methode scheint zu wirken. Seit der Eröffnung wurden schon rund 13.000 Eier gegen Attrappen getauscht. Die Zahlen sinken sogar: Während es 2021 und 2022 noch sehr viele waren, waren es im Jahr 2025 nur noch 567 Eier. Bis April 2026 wurden rund 200 Eier ersetzt. Da Tauben bis zu 15 Jahre alt werden, merkt man den Rückgang der Population erst nach langer Zeit.

Der Alltag im Taubenhaus ist hart. Die Anlage muss gereinigt werden, Futter und Wasser müssen gewechselt werden und die Tiere werden kontrolliert. Zwei Minijobkräfte erledigen das von Montag bis Samstag für jeweils etwa zwei Stunden. Sonntags übernehmen Ehrenamtliche die Arbeit. Der Verein kümmert sich zudem um kranke Tiere und organisiert Fahrten zum Tierarzt.

Auch Jugendliche helfen mit, wenn sie Sozialstunden ableisten müssen. So lernen sie, Verantwortung für Lebewesen zu übernehmen. Getragen wird das Ganze momentan von drei aktiven Vereinsmitgliedern und den zwei Minijobbern. Zwei der Helfer sind bereits 72 und 80 Jahre alt.

Susanne Müller vom Verein betont jedoch, dass das Problem erst wirklich gelöst ist, wenn keine privaten Züchter mehr für Nachschub bei den heimatlosen Stadttauben sorgen. Damit das Projekt weiterlaufen kann, sucht der Verein derzeit nach neuen ehrenamtlichen Helfern oder Spenden.

Quelle: Künzelsau – zur Originalmeldung

← Zurück zur Übersicht

Weitere Meldungen aus Künzelsau

Alle ansehen

Aus dem Umkreis: Hohenlohekreis

Alle ansehen