Künzelsau: So funktioniert das örtliche Taubenhaus
In Künzelsau (Hohenlohekreis, Baden-Württemberg) beginnt die Arbeit im Taubenhaus jeden Morgen um 8 Uhr. Dort wird gerade eine neue Kraft, Gerdi Moulin, eingearbeitet. Sie hat ihren Dienst offiziell am Samstag, den 1. August 2026, angetreten. Da die Tiere jeden Tag versorgt werden müssen, ist die Betreuung das ganze Jahr über nötig.
Das Projekt läuft seit September 2016. Der Verein Taubenfreunde Künzelsau e. V. betreibt das Haus gemeinsam mit der Stadtverwaltung. Zwischen 250 und 300 Stadttauben nutzen die Anlage. Sie finden dort Futter, frisches Wasser und geschützte Plätze zum Nisten. Um die Vermehrung der Tiere zu begrenzen, tauschen die Betreuer echte Eier gegen Gipseier aus.
Das System scheint zu funktionieren. Seit der Eröffnung wurden etwa 13.000 Eier gegen Attrappen getauscht. Die Zahlen sinken: Im Jahr 2025 waren es noch 567 Eier, bis April 2026 waren es rund 200. Da Tauben bis zu 15 Jahre alt werden, merkt man den Rückgang beim Bestand erst nach längerer Zeit. Susanne Müller vom Verein betont jedoch, dass das Problem erst richtig gelöst ist, wenn keine privaten Züchter mehr für Nachschub sorgen.
Der Alltag im Taubenhaus ist hart. Die Anlage muss gereinigt, Futter und Wasser gewechselt und die Tiere kontrolliert werden. Zwei Minijobber erledigen das von Montag bis Samstag für jeweils zwei Stunden. Sonntags übernehmen Ehrenamtliche die Arbeit. Zudem kümmert sich der Verein um verletzte Tiere und organisiert Fahrten zum Tierarzt.
Auch Jugendliche, die Sozialstunden leisten müssen, helfen mit und lernen so, Verantwortung zu übernehmen. Aktuell wird das Projekt von drei aktiven Vereinsmitgliedern und den zwei Minijobbern getragen. Zwei der Ehrenamtlichen sind bereits 72 und 80 Jahre alt, engagieren sich aber immer noch regelmäßig.
Damit das Taubenhaus auch in Zukunft weiterlaufen kann, sucht der Verein Taubenfreunde Künzelsau nach neuen ehrenamtlichen Helfern oder Spenden.
Quelle: Künzelsau – zur Originalmeldung