Kreis Coesfeld startet App für Ersthelfer
In Deutschland gibt es jedes Jahr etwa 70.000 Notfälle, bei denen das Herz und der Kreislauf aussetzen. Das Problem ist die Zeit: Der Rettungsdienst braucht im Schnitt acht Minuten, bis er vor Ort ist. Doch wer in dieser Zeit nicht wiederbelebt wird, hat jede Minute zehn Prozent weniger Chancen zu überleben.
Um diese Lücke zu schließen, führt der Kreis Coesfeld (Nordrhein-Westfalen) jetzt die App „Corhelper“ ein. Das System funktioniert über das Smartphone. Wenn die Leitstelle einen Herzstillstand meldet, sucht die App per GPS nach qualifizierten Ersthelfern, die gerade ganz in der Nähe sind. Diese werden dann per Ton, Bild oder Vibration alarmiert.
Wer helfen will, muss bestimmte Bedingungen erfüllen. Man muss mindestens 18 Jahre alt sein und eine medizinische Qualifikation haben. Dazu gehören zum Beispiel Ärzte, Pflegekräfte, Rettungssanitäter oder Mitglieder von Hilfsorganisationen ab dem Sanitätshelfer. Die entsprechenden Urkunden müssen bei der Registrierung in der App hochgeladen werden.
Der Ablauf im Ernstfall ist simpel: Der Helfer bestätigt den Alarm mit einem vierstelligen Code, damit nichts aus Versehen passiert. Dann navigiert die App ihn direkt zum Einsatzort. Wenn es in der Nähe einen automatischen Defibrillator (AED) gibt, wird ein weiterer Helfer gezielt zu diesem Gerät geschickt und bringt es dann zum Patienten.
Um den Datenschutz zu wahren, sieht die Leitstelle den Standort der Helfer nicht dauerhaft. Erst wenn jemand den Einsatz aktiv annimmt, wird die Position übertragen. Wer gerade keine Zeit hat, kann sich in der App als nicht verfügbar markieren.
Die Arbeit als „Corhelper“ ist ehrenamtlich und wird nicht bezahlt. Die App ist kostenlos für iOS und Android verfügbar. Wer Fragen hat, kann sich an Ursula Sasse im Kreis Coesfeld unter der Telefonnummer 02541 18-3241 oder per E-Mail an [email protected] wenden.