Krefeld: Historischer Rundgang durch die Vorburg von Burg Linn
Die Vorburg von Burg Linn in Krefeld (Nordrhein-Westfalen) ist jederzeit offen und kostet keinen Eintritt. Früher war hier der Wirtschaftshof der Burg. Dort gab es Ställe und Schuppen für die Landwirtschaft. Diese Gebäude sind längst weg, und das heutige Pflaster liegt etwa anderthalb Meter höher als noch im 14. Jahrhundert.
Ein wichtiger Stopp auf dem Rundgang ist das Jagdschloss. Das Gebäude war ursprünglich ein Back- und Brauhaus aus dem Jahr 1488. Um 1740 ließ Erzbischof Clemens August es umbauen. Er liebte die Jagd und kam oft nach Linn und Uerdingen, um auf Rehe, Hirsche oder Wölfe zu jagen. Im Jagdschloss gibt es ein besonderes Glockenspiel aus Porzellanglocken. Es spielt täglich um 11 und 16 Uhr. Die Glocken stammen aus den 1960er-Jahren und wurden erst später in das Gebäude eingebaut.
Im Hof zwischen dem Jagdschloss und der Remise stehen alte Grabsteine. Einer gehört dem Arzt Dr. Johann Gotthard Lorenz von Pempelfurt. Die Krefelder nannten ihn liebevoll „Pempel“. Er half vor allem den Armen und kämpfte gegen Epidemien. In der Nähe findet man auch ein altes Butterrad. Früher mussten Hunde darin laufen, um die Milch in Butter zu schlagen.
Ein weiteres Highlight ist das kleine Fachwerk-Backhaus aus dem Jahr 1788. Es wurde 1956 hier aufgestellt. Es war eigentlich Teil einer Idee für ein großes Freilichtmuseum, das es dann aber nicht in Krefeld gab. Heute wird dort einige Male im Jahr wieder echtes Brot gebacken.
Wer weitergeht, kommt an der Historischen Feuerwehr vorbei. Die Mitglieder tragen Uniformen aus dem 19. Jahrhundert und pflegen alte Geräte, wie eine Karrenleiter von 1896. An jedem ersten Sonntag im Monat von Frühjahr bis Herbst öffnen sie ihr Haus für Besucher.
Der Rundgang endet an der Zehntscheune. Der Kern des Gebäudes stammt aus dem 15. Jahrhundert. Früher mussten die Menschen aus der Umgebung hier ihre Abgaben, wie Heu oder Holz, abliefern. Heute wohnt dort der Museumshausmeister.
Quelle: Krefeld – zur Originalmeldung