Königstein im Taunus warnt vor Trinkwassernotstand
In Königstein im Taunus (Hochtaunuskreis, Hessen) wird das Wasser knapp. In dieser Woche haben die Menschen täglich mehr als 4.000 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht. Das bedeutet, dass jeder Einwohner im Schnitt 240 Liter am Tag benutzt hat. Normal sind eigentlich nur 120 Liter. Die Stadt steht deshalb kurz davor, den offiziellen Trinkwassernotstand auszurufen.
Erster Stadtrat Jörg Pöschl warnt, dass die Menge für die kleine Stadt enorm sei. Er bittet alle Bürger, ab sofort extrem sparsam mit dem Wasser umzugehen. Vor allem beim Gießen von Gärten und Grünflächen oder beim Befüllen von Pools soll jetzt schon verzichtet werden. Wer nicht unbedingt auf das Wasser angewiesen ist, soll es nicht entnehmen.
Sollte die Stadt den Notstand offiziell ausrufen, wird dies auf der Homepage bekannt gegeben. Dann gelten strenge Verbote: Es darf kein Wasser aus öffentlichen Leitungen verschwendet oder gespeichert werden. Das Gießen von Gärten, Rasenflächen, Terrassen oder Dächern ist dann verboten. Auch Springbrunnen, private Pools und das Waschen von Autos sind tabu. Sogar das Kühlen von Anlagen mit fließendem Wasser oder der Betrieb von Klimaanlagen ist dann untersagt.
Einige Ausnahmen gibt es: Krankenhäuser, Pflegeheime, medizinische Bäder, Gärtnereien und Betriebe, die Lebensmittel verarbeiten, dürfen so viel Wasser nutzen, wie für ihren Betrieb nötig ist. Das gilt auch für andere Gewerbetreibende, wenn die Wasserentnahme dringend erforderlich ist, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Zusätzlich müssen alle Nutzer ihre Leitungen prüfen und kaputte Stellen sofort reparieren. Schläuche müssen während eines Notstands von den Leitungen entfernt werden. Im schlimmsten Fall kann der Magistrat sogar Sperrzeiten festlegen, in denen die Wasserhähne geschlossen bleiben müssen.
Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit hohen Strafen rechnen. Verstöße gegen die Sparregeln können als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro bestraft werden.
Die Situation ist ernst. In der Nachbargemeinde Schmitten wurde der Notstand bereits ausgerufen, was dort zu erheblichen Einschränkungen für alle Bewohner führte. Die Stadt Königstein hofft nun, dass durch das aktuelle Sparverhalten der offizielle Notstand verhindert werden kann.