Klimawandel bedroht die Streuobstwiesen im Main-Spessart
Die typischen Streuobstwiesen im Landkreis Main-Spessart (Bayern) stehen unter Druck. Eine Untersuchung der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Technischen Universität München hat gezeigt, dass der Klimawandel den Bäumen stark zu schaffen macht. Besonders das Problem mit dem Wasser ist gravierend: In der Wachstumsphase finden die Bäume oft nicht genug Feuchtigkeit im Boden.
Neben der Trockenheit gibt es weitere Probleme. In den östlichen Teilen des Landkreises breitet sich die Gespinstmotte aus. Im Spessart hingegen gibt es vermehrt die Marssonina-Blattfallkrankheit. Auch der Schwarze Rindenbrand, Mistelbefall und Sonnenbrand an den Früchten drücken die Ernten. Wenn es im Frühjahr zu früh warm wird und dann Spätfröste kommen, leiden die Bäume zusätzlich.
Überraschend ist, dass viele Besitzer ihrer Wiesen bisher kaum etwas gegen diese Entwicklungen getan haben. Eine Umfrage ergab, dass rund die Hälfte der Befragten keine Maßnahmen umsetzt. Viele wissen schlichtweg nicht, was sie tun sollen, oder haben sich noch nicht mit den Folgen des Klimawandels beschäftigt.
Doch es gibt Lösungen. Wer neue Bäume pflanzt, sollte auf trockene oder sehr sonnige Flächen verzichten. Wichtig ist es, Humus aufzubauen, damit der Boden mehr Wasser speichern kann. Windschutzhecken helfen dabei, das Klima vor Ort zu verbessern und die Verdunstung zu bremsen. Auch der richtige Schnitt der Bäume und ein spezieller Stammanstrich schützen vor Frost und Sonne.
Zudem helfen Hecken und Totholzhaufen, weil sie Nützlinge anlocken, die Schädlinge auf natürliche Weise bekämpfen. Wer verschiedene Obstsorten und Baumarten mischt, macht seine Wiese widerstandsfähiger. Aktuell forschen die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau sowie der Pomologen-Verein e.V. an neuen Pflanzverfahren und Wurzelunterlagen, um die Überlebenschancen der Bäume zu erhöhen. Die Untere Naturschutzbehörde hat hierzu im Jahr 2025 bereits Daten über sogenannte Methusalem-Bäume gesammelt.
Wer Hilfe bei der Pflege oder Neuanlage seiner Obstbäume braucht, kann sich an die Streuobstberaterin des Landkreises wenden. Michelle Horn-Cetinköprülü ist unter der E-Mail-Adresse [email protected] erreichbar und berät Grundstückseigentümer zu den passenden Maßnahmen.